PODCAST-FOLGE #1


Burnout beginnt leise, bis dein Körper dich stoppt 

Interview mit Ninja Abel

Erfolgsklartext  ·  Vom IT-Brunout zur Heilung

Ninja Abel hat fünfzehn Jahre in der IT gearbeitet, bis ihr Körper sie gestoppt hat. In dieser Folge erzählt sie, wie aus einem Burnout ein Weg zurück zu sich selbst wurde, und gibt eine Übung mit, die du sofort ausprobieren kannst.


Als der Körper die Notbremse zog


Fünfzehn Jahre lang arbeitete Ninja Abel in der IT. Der Job war ein Mittel zum Zweck, ihre Leidenschaft lag woanders. Der erste Warnschuss kam über den Körper: ein Bandscheibenvorfall, enorme Rückenschmerzen, dazu eine Leere, die immer größer wurde. Sie funktionierte nur noch.

Rückblickend war das der Beginn eines Burnouts, den sie damals selbst nicht erkannte. Die Ärzte gaben ihr nicht die Hilfe, die sie sich erhoffte. Am 11. Juli 2018 wurde der Schmerz unerträglich. Ninja spricht offen darüber, dass sie an diesem Tag zu Tabletten und Alkohol griff, weil sie einfach nicht mehr konnte. Einen Tag später stand ihre Mutter vor der Tür und fuhr mit ihr in die Klinik. Für Ninja war das der Anfang des Weges zurück zu sich selbst.

Drei Monate Klinik, und danach ging es erst richtig los

In der Klinik verbrachte sie drei Monate und machte eine Therapie. Sie bekam Verständnis, Bewusstsein, und fing wieder an zu fühlen. Doch der Körper meldete sich weiter. In der Corona-Zeit kam ein innerer Druck auf der Brust dazu, ein Gefühl, als würde sie ersticken. Über EFT, eine Klopfakupressur an bestimmten Meridianpunkten, löste sich in ihr etwas, das lange festgesteckt hatte. Bei der ersten Session weinte sie, wie sie sagt, Rotz und Wasser.

Am eindrücklichsten ist ihre Geschichte mit der Neurodermitis. Seit ihrer Kindheit begleitete sie das Thema, erst an den Lippen, dann auf der Haut. Sie probierte Ernährungsumstellungen, ging zu Heilpraktikern, gab über die Jahre Tausende Euro aus. Nichts half dauerhaft. Erst als sie ein Jahr lang gezielt mit innerer Arbeit an dem Thema arbeitete, kam die Wende. Am Anfang wurde es schlimmer, beide Hände voller Ausschlag. Sie gab trotzdem nicht auf. Heute ist es gelöst, und dafür ist sie dankbar.

Was Erfolg für Ninja bedeutet

In dem Wort Erfolg steckt für Ninja auch das Wort erfolgt: Sie ist ihrer inneren Stimme gefolgt. Erfolg heißt für sie, Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden und die Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen. Ihre Überzeugung: Die Kraft, etwas zu verändern, steckt in jedem von uns selbst, und sie beginnt in der einzelnen Zelle, die weiß, wie Heilung geht.

Der Griff zum Handy, und was er über Stress verrät

Ninja nennt eine Zahl, die im Gespräch hängen bleibt: Rund 85 Prozent der Menschen greifen morgens nach dem Aufwachen als Erstes zum Handy. In der ersten Sekunde des Tages sind wir damit schon im Außen, bei E-Mails und Nachrichten. Die Verbindung nach innen kommt zu kurz, und genau daraus entsteht Stress. Das Tückische daran: Oft spüren wir ihn gar nicht mehr, weil wir uns an ihn gewöhnt haben. Der Alltag läuft im Autopilot, von der Kaffeemaschine bis ins Auto, und das eigene Fühlen gerät in den Hintergrund.

Die eine Frage, mit der jeder anfangen kann

Ihr Gegenmittel ist einfach und kostet nichts. Nimm dir jeden Tag fünf bis zehn Minuten, stell einen Timer, schließ die Augen, atme tief und leg eine Hand aufs Herz. Dann stell dir eine Frage: Was brauchst du gerade von mir, mein Körper? Am Anfang kommt vielleicht keine Antwort, weil wir das Hinhören verlernt haben. Mit der Zeit meldet sich ein Impuls, und du beginnst wieder, deiner eigenen inneren Stimme zu folgen.

Eine Übung zum Runterkommen

In der Folge zeigt Ninja eine Nervenreset-Übung, die man täglich machen kann, weil das Nervensystem sonst leicht in den Überlebensmodus fällt. Sie beginnt unter dem Ohr am Kieferpunkt: mit dem Finger gegen den Knochen drücken, die unangenehme Stelle suchen, dort bleiben und tief einatmen und wieder ausatmen, bis der Druck nachlässt, erst links, dann rechts. Danach streicht man mit beiden Händen vom Ohr zum Kinn, wo der Vagusnerv verläuft. Es folgen die Stellen von den Ohrläppchen zum Nacken, von den Schulterblättern zu den Schlüsselbeinen, sanft über den Bauch im Uhrzeigersinn und zuletzt unter den Kniekehlen. Jede Stelle etwa zehnmal, immer mit ruhigem Atem. Wer möchte, macht das morgens und trainiert so nach und nach den eigenen Vagusnerv.

Franks drei Learnings

Frank nennt am Ende drei Dinge, die er aus dem Gespräch mitnimmt:

  1. 1
    Morgens nach dem Aufstehen zuerst die Nervenübung machen.
  2. 2
    In der ersten halben bis ganzen Stunde bewusst noch nicht zum Handy greifen.
  3. 3
    Sich in Ruhe fragen, was der eigene Körper gerade braucht.

Sich in Ruhe fragen, was der eigene Körper gerade braucht.

Symptoms gehen will, kommt mit dem Unterdrücken durch eine Tablette selten weit. Oft fehlt uns nur das Wie. Genau das, sagt sie, lässt sich lernen, in einfachen Schritten, egal welche Erfahrungen jemand schon gemacht hat. Es braucht die Bereitschaft, offen zu sein und etwas Neues auszuprobieren.

Die ganze Folge mit Ninja Abel gibt es oben als Video und zum Anhören. Sie dauert knapp 29 Minuten und lohnt sich für alle, die merken, dass ihr Körper längst Signale sendet.