PODCAST-FOLGE

Wut, warum wir sie unterdrücken und wie du sie löst | mit Ninja Abel

Folge 52 · Teil 1 von 2 mit Ninja Abel
Die Reihe mit Ninja Abel
Teil 1 · du bist hier Teil 2

Erster Teil mit Ninja Abel, und es ist ein kleines Jubiläum. Vor genau einem Jahr war sie mein allererster Gast, jetzt sitzt sie mit einem Kurzhaarschnitt vor mir und hat einiges erlebt. Eine spirituelle Reise nach Thailand, ein rasierter Kopf und ein großes Thema, das viele kennen und wenige zeigen. Die Wut. Vorweg, das ist ihr persönlicher Weg und ihre Sicht, kein Rezept und kein medizinischer Rat.

Thailand und die innere Stimme

Ninjas Reise begann mit einer Entscheidung gegen den Kopf. Sie wollte an einen Ort mit anderer Energie, jemand aus einer Community lud sie nach Thailand ein, und sie sagte einfach zu, ohne lange zu grübeln. Ihr Ego, dem sie sogar einen Namen gegeben hat, Brun Hilde, hatte tausend Einwände. Wer passt auf die Katze auf, wer auf die Wohnung? Ninja ging trotzdem ins Vertrauen, und es fügte sich, ein Katzensitter fand sich, drei Tage vor dem Flug auch jemand für die Wohnung. Sie flog mit zehn Kilo statt der üblichen dreiundzwanzig. Alles anders zu machen als sonst, sagt sie, war für sie der Weg aus der Komfortzone.

Wenn mein Ego Nein sagt, mache ich es trotzdem.

Warum die Haare ab mussten

In Thailand traf Ninja Menschen mit rasierten Köpfen und wurde neugierig. Für sie steckt in den Haaren viel gespeicherte Energie, dazu ein Stück Identität, gerade bei Frauen. Sie spürte den Impuls, es selbst zu tun, und ließ sich zusammen mit einer anderen Frau den Kopf rasieren. Schon während die Haare fielen, sagt sie, habe sie sich frei gefühlt. Ob man das teilt oder nicht, für sie war es ein sichtbares Zeichen, Altes loszulassen.

Das große Thema: Wut

Der eigentliche Kern der Folge ist die Wut. Ninja ist streng religiös aufgewachsen und hat gelernt, Wut nicht zu zeigen, du darfst erst wieder raus, wenn du lieb bist. Wie viele hat sie sie über Sport abgelassen, ein Ventil, ohne das Gefühl wirklich anzuschauen. Frank kennt das genauso. Später kam ein schwerer Burnout, in dem sie sich völlig von sich selbst abgeschnitten fühlte. Wichtig dabei, das ist ihre persönliche Erfahrung, kein Heilversprechen und kein Ersatz für ärztliche Hilfe.

Hallo Wut, schön, dass du da bist.

Emotionen wollen sich bewegen

Ninjas Bild dahinter ist einfach. Gefühle sind Energie, und gespeicherte Energie will irgendwann heraus. Wenn dich im Außen etwas trifft, sagt sie, liegt darin oft eine alte Emotion, die sich bewegen möchte. Reagierst du im Autopiloten, meldet sich das verletzte innere Kind und teilt aus. Genau da lohnt es sich, kurz innezuhalten.

Emotionen wollen sich bewegen, nicht festsetzen.

Wie du der Wut begegnest

Ninjas Weg ist ein anderer als sofort loszupoltern. Zuerst nimmt sie das Gefühl wahr und begrüßt es sogar, hallo Wut, schön, dass du da bist. Dann lässt sie die Energie durch den Körper heraus, sie bewegt sich, schreit in ein Kissen, boxt. Erst danach spricht sie ruhig aus, was sie stört. Sie erzählt von einer Nachricht, die sie an dem Morgen getriggert hat. Statt zurückzuschießen, hat sie die Wut körperlich rausgelassen, und das folgende Gespräch verlief ruhig und ehrlich. Ihr ist wichtig, es geht nicht darum, andere zu beleidigen. Es geht darum, die aufgestaute Energie in Bewegung zu bringen und dann die eigene Wahrheit zu sagen.

Zum Ausprobieren

Wenn dich das nächste Mal etwas wütend macht, reagiere nicht sofort. Nimm die Wut erst einmal wahr und sag innerlich, hallo Wut, schön, dass du da bist. Bring sie dann körperlich in Bewegung, geh ein paar Schritte, schüttel dich aus oder schrei in ein Kissen.

Ist die Spannung raus, sag ruhig und klar, was dich gestört hat.

Franks drei Learnings

Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt

  1. Folge öfter deiner inneren Stimme, statt jeden Impuls vom Kopf abwürgen zu lassen.
  2. Unterdrückte Wut sucht sich ein Ventil, schau das Gefühl lieber an.
  3. Lass die Energie in Bewegung kommen, dann sprich deine Wahrheit ruhig aus.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich diesen ersten Teil auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Wut ist kein Feind. Sie ist Energie, die sich bewegen will, und du darfst ihr begegnen, ohne sie an anderen auszulassen.

Im zweiten Teil gehen Ninja und ich tiefer, in die Authentizität und in die Frage, wie Gefühle und Körpersymptome zusammenhängen. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Ninja Abel findest du weiter unten.