Leben im Wohnmobil, wie aus einem Traum Alltag wird | mit Collin König
Diese Folge mit Collin König handelt von einem Leben, das viele als Traum kennen und wenige umsetzen. Collin lebt seit vier Jahren im Wohnmobil, überwintert auf den Kanaren und arbeitet remote. Er erzählt, wie er den sicheren Job in der Automobilindustrie hinter sich ließ, wie sich der Alltag auf zehn Quadratmetern anfühlt und was er über Erfolg und Freiheit gelernt hat.
Was Erfolg für ihn bedeutet
Für Collin ist Erfolg etwas sehr Individuelles. Sein Leben so zu führen, wie er es sich vorstellt, tun und lassen zu können, was er möchte. Freiheit ist dabei sein großes Thema. Finanzieller und beruflicher Erfolg gehören für ihn dazu, sind aber nur ein Teil vom Ganzen. Am Ende will er zurückblicken und sagen können, er hat so gelebt, wie er wollte.
Vom Werk zum VW-Bus
Angefangen hat alles vor rund neun Jahren. Collin arbeitete in der Automobilindustrie und war dort unglücklich. Als er mit dem Surfen begann, kaufte er sich einen VW-Bus, und schnell war klar, dass er dauerhaft am Meer sein wollte. Die Urlaube wurden länger, jede freie Stunde ging in dieses Ziel. Als seine Freundin mit dem Studium fertig war und Corona zum Katalysator wurde, kündigte er, erst ins Sabbatical, dann ganz.
Alltag auf zehn Quadratmetern
Ungewohnt war der Umzug ins Wohnmobil kaum, die beiden waren schon Jahre vorher viel im Bus unterwegs, zuletzt zwei Monate am Stück zum Testen. Collin ist ein minimalistischer Mensch, er kommt mit wenig aus. Klar, man muss sich einschränken, und Wasser kommt nicht einfach aus der Wand, es will aufgefüllt und abgelassen werden. Mit der Zeit findet man seine Spots und seinen Rhythmus.
Wie zwei remote arbeiten
Beide arbeiten remote, deshalb ist Organisation alles. Ein gemeinsamer Kalender sorgt dafür, dass sich Calls nicht überkreuzen, denn zwei gleichzeitige Gespräche auf engem Raum funktionieren nicht. Sie stehen meist am Meer, morgens öffnet Collin die Tür in die Sonne und hört nachts das Meeresrauschen. Genau das gibt ihm viel Energie.
Einfach losgehen
Sein größter Aha-Moment ist einfach. Man muss Entscheidungen treffen und losgehen, auch ohne fertigen Plan. Collin kündigte, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, hatte aber ein finanzielles Polster und hatte früh begonnen, sich mit dem Investieren zu beschäftigen. Er vertraute darauf, dass sich etwas ergibt, und so kam es. Heute arbeitet er als Video- und Audioeditor und ist bei einem Team gelandet, das ihm Spaß macht.
Was ein Hund verändert
Seit Mai haben die beiden einen Hund, und das hat den Alltag mehr verändert als gedacht. Collin ist kein Morgenmensch, doch jetzt geht es früh raus, eine halbe Stunde an den Strand. Genau das tut ihm gut, auch wenn er es vorher nie so gemacht hätte. Das Leben im Wohnmobil wird mit Hund noch etwas planvoller, beim Stellplatz zum Beispiel, doch für Collin überwiegt klar das Positive.
Sein Rat, wenn du es auch willst
Wer selbst mit dem Gedanken spielt, im Wohnmobil zu leben oder länger wegzugehen, dem rät Collin, es erst auszuprobieren, nicht nur zwei Wochen, sondern vier, sechs, acht. Auf Social Media wirkt vieles romantischer, als es ist. Man muss sich einschränken können und mit wenig auskommen. Wer den Job kündigt, findet auch wieder einen, wenn er zurückkommt. Sein Kernsatz: einfach machen, unterwegs ergibt sich oft etwas ganz Neues.
Bevor du groß umstellst, teste deinen Traum im Kleinen. Miete für vier bis sechs Wochen ein Wohnmobil oder verbringe längere Zeit an dem Ort, der dich lockt, und schau, ob es sich wirklich richtig anfühlt.
Wenn du eine Entscheidung vor dir herschiebst, mach den ersten Schritt, auch ohne fertigen Plan. Oft ergibt sich der Weg erst unterwegs.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Erfolg ist individuell, für Collin heißt er vor allem Freiheit.
- Ein finanzielles Polster macht mutige Schritte leichter.
- Man muss nicht alles planen, oft ergibt sich der Weg beim Gehen.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Du brauchst keinen perfekten Plan, du brauchst den Mut, loszugehen, und die Bereitschaft, mit weniger auszukommen. Der Rest ergibt sich oft von selbst.
Das war die Folge mit Collin König. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.