PODCAST-FOLGE

Vom Hamsterrad zur Freiheit, wie sich Erfolg wandelt | mit Stephy Beck

Folge 28 mit Stephy Beck

Stephy Beck hat sich als Frau in der IT-Branche durchgesetzt, eine eigene Agentur aufgebaut und äußerlich alles erreicht, was sie einmal für Erfolg hielt. In diesem Gespräch erzählt sie, warum sie an genau diesem Punkt alles infrage stellte und Erfolg heute ganz anders versteht.

Erfolg hat sich für sie gewandelt

Vor zehn Jahren hätte Stephy auf die Frage nach Erfolg klar geantwortet: ein schneller Sportwagen, ein großes Büro, vierzig oder hundert Mitarbeiter, ein riesiges Business. Heute klingt ihre Antwort anders. Erfolg ist für sie ein Leben in Freiheit, selbstbestimmt entscheiden zu können, wann sie was tut und wohin sie reist. Wie es dazu kam, ist eine Geschichte über einen langen Weg.

Erfolg bedeutet für mich heute, ein Leben in Freiheit zu führen.

Der Weg in die IT war ein Zufall

Eigentlich wollte Stephy auf die Bühne, sie sang schon als Kind und träumte von Schauspiel und Hollywood. Ihre Eltern rieten zu etwas Handfestem. Also schrieb sie sich für BWL ein, saß im Hörsaal und spürte sofort, dass sie dort nicht hingehörte. Sie las von E-Commerce, stand auf und wechselte kurzerhand in den Informatik-Saal, wo fast nur Männer saßen. Das erste Jahr war hart, sie hatte nicht einmal einen eigenen Laptop und arbeitete ihn sich an der Bar zusammen. Es wurde eine ihrer besten spontanen Entscheidungen.

Eine spontane Entscheidung wurde zu ihrem ganzen Weg.

Hundert Bewerbungen und keine Antwort

Für ihr Praxissemester wollte Stephy unbedingt nach Los Angeles, obwohl ihr Dozent ihr davon abriet. Sie schrieb über hundert Bewerbungen und bekam nicht eine einzige Antwort. Statt aufzugeben, ging sie einen ungewöhnlichen Weg, nutzte Foren und soziale Medien und stellte sich selbstbewusst vor. Kurz bevor sie aufgeben wollte, klingelte spät am Abend das Telefon, eine Nummer aus Los Angeles. Kurz darauf saß sie in einem Marketing-Büro in Beverly Hills. Ihr Motto bringt sie bis heute auf drei Worte: trust, try and win.

Kurz bevor du aufgibst, kann das Entscheidende passieren.

Erfolge bewusst wahrnehmen

Ich habe Stephy gefragt, ob ihr in dem Moment klar war, was sie da geschafft hatte. Ihre ehrliche Antwort: nein. Sie konnte es kaum glauben und war innerlich längst beim nächsten Ziel, dazu sehr selbstkritisch. Genau das kenne ich von vielen Menschen und von mir selbst. Wir haken einen Erfolg ab und laufen weiter, ohne ihn wirklich zu würdigen. Sich einmal bewusst zu machen, was gerade gelungen ist, tut gut und gehört dazu.

Der Heiligabend, der alles veränderte

In Berlin hatte Stephy schließlich alles von ihrer Liste: traumhafte Kunden, ein tolles Büro, eine Penthouse-Wohnung, den gelben Sportwagen, Mitarbeiter. Ihr Wendepunkt kam an einem Heiligabend. Ein Kunde rief an, die Server waren ausgefallen, und sie fuhr ins Büro und löste das Problem. Um Mitternacht saß sie allein im dunklen Office und fragte sich zum ersten Mal, was sie hier eigentlich tut. Aus dieser einen Frage wurde eine ganze Kette. Irgendwann meldete sich ihr Körper so deutlich, dass sie sich den Fragen nicht mehr entziehen konnte.

Loslassen und bei sich bleiben

Der erste Schritt war, loszulassen. Stephy stellte ihr Unternehmen um, automatisierte, gab Verantwortung ab und machte sich selbst ein Stück weit unnötig. Von außen sah das aus wie ein Rückschritt, und viele verstanden es nicht. Für sie war es der Schritt, der sie am weitesten nach vorn gebracht hat. Ihre wichtigsten Lehren daraus: bei sich bleiben, sich nicht ständig mit anderen vergleichen, auf die eigenen Signale achten. Und die Erkenntnis, dass sich die eigene Positionierung im Leben genauso weiterentwickeln darf wie der Mensch selbst.

Der Schritt zurück hat sie am weitesten nach vorn gebracht.
Zum Ausprobieren

Wenn du ein Ziel erreichst, nimm dir kurz Zeit und mach dir bewusst, was du geschafft hast, bevor du zum nächsten weiterläufst.

Achte auf die Signale deines Körpers. Wenn sich etwas dauerhaft falsch anfühlt, schau genauer hin, statt einfach weiterzumachen.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Erfolg darf sich wandeln, vom Status hin zur Freiheit.
  2. Wer kurz vor dem Aufgeben weitermacht, wird oft belohnt.
  3. Bleib bei dir, statt dich mit anderen zu vergleichen.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Erfolg ist kein festes Bild, das für immer gilt. Geh deinen Weg mit Ausdauer, bleib bei dir und erlaube dir, deine Definition von Erfolg zu ändern, wenn du dich änderst.

Das war das Gespräch mit Stephy Beck. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.