PODCAST-FOLGE

Gesund bleiben trotz vollem Kalender, das Minimalprinzip | mit Sven Schermer

Folge 12 mit Sven Schermer

Sven Schermer kommt aus dem Gesundheitsbereich, gründete dann eine Agentur und erlebte am eigenen Leib, wie schnell die Gesundheit unter Druck gerät. Heute hilft er Unternehmern, Beruf, Gesundheit und Privatleben in Balance zu bringen. Ein Gespräch über das Minimalprinzip, Gewohnheiten statt Motivation und darüber, warum es keine Verbote braucht. Sein Ansatz ist keine medizinische Beratung.

Erfolg heißt Balance

Für Sven bedeutet Erfolg, alle Lebensbereiche in ein Gleichgewicht zu bringen und so zu leben, dass ein Gefühl von Erfüllung entsteht. Er teilt sein Leben in drei Bereiche, die berufliche Verwirklichung, die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden sowie Familie und Soziales. Seine These, man kann bewusst beeinflussen, wie nah man an dieses Gleichgewicht herankommt.

Erfolg heißt für mich Balance in allen Lebensbereichen.

Als die Gesundheit zur zweiten Priorität wurde

Bewegung war für Sven schon als Kind der natürliche Ausgleich, deshalb machte er die Gesundheit zum Beruf. Als er später eine Agentur gründete und plötzlich Verantwortung für vierzehn Mitarbeiter trug, rückte das Berufliche in den Vordergrund. Die Gesundheit blieb zwar da, verlor aber ihre erste Priorität. Schnell merkte er die Folgen: weniger Konzentration, weniger Energie, dünnere Haut im Umgang mit anderen. Genau da hat er begonnen, gegenzusteuern.

Die Zeit, die du an der Gesundheit sparst, verlierst du an Leistung.

Bewegung als Ausgleich für Stress

Für Sven ist Bewegung einer der wertvollsten Hebel gegen Stress, weil unser Körper Stress eigentlich als kurzen Impuls kennt und nicht als Dauerzustand. Wichtig ist ihm, dass es nicht viel Zeit kostet. Statt jede Muskelgruppe einzeln zu trainieren, bindet er den ganzen Körper ein, macht kurze Pausen, in denen er nur die Übung wechselt, und arbeitet mit hoher Intensität. So reichen zwei- bis dreimal die Woche dreißig Minuten.

Zwei- bis dreimal die Woche dreißig Minuten reichen aus.

Pausen müssen Pausen sein

Die beste Routine bei Ernährung oder Training bringt für Sven wenig, wenn die Erholung fehlt. Die erste Frage lautet für ihn, kannst du in der Freizeit wirklich abschalten, oder dreht sich dein Kopf ständig um die Arbeit. Wer immer im Anspannungsmodus bleibt, kommt nie richtig zur Ruhe, was sich am Ende auch auf den Schlaf auswirkt. Sein Rat, den Fokus bewusst auf die Qualität der Erholung zu legen.

Pausen müssen wieder Pausen sein.

Gewohnheit statt Motivation

Alles, was täglich neue Motivation und Disziplin braucht, ist für Sven fast zum Scheitern verurteilt. Sobald es in der Firma brennt, fällt es als Erstes weg. Deshalb sollen gesunde Routinen so selbstverständlich werden wie Zähneputzen. Morgens fragst du dich auch nicht, ob du die Zähne putzt, du machst es einfach. Genau dahin will Sven die Maßnahmen bringen, die auf die Gesundheit einzahlen.

Was täglich Motivation braucht, ist zum Scheitern verurteilt.

Das Minimalprinzip

Sein wichtigster Gedanke ist das Minimalprinzip. Viele stürzen sich auf umfangreiche Trainings- und Ernährungspläne wie ein Leistungssportler und geben nach ein paar Wochen auf. Sven dreht die Frage um. Nicht, was kann ich alles für meine Gesundheit tun, sondern was ist die Mindestanforderung, die ich erfüllen muss, damit der Effekt eintritt. So landest du automatisch bei den Dingen mit dem größten Hebel und verzettelst dich nicht.

Frag nach dem Minimum, das dein Ziel wirklich erreicht.

Keine Verbote, die richtige Dosis

Bei der Ernährung geht es Sven nie um Verbote, immer nur um die richtige Dosis. Man muss nicht auf alles verzichten, was ein bisschen ungesund ist, es kommt auf die Balance an. Und wenn jemand in alte Muster zurückfällt, schaut er auf die Ursache dahinter. Oft steckt eine alte Prägung dahinter, etwa der Glaubenssatz, nur Leistung mache mich wertvoll. Das zu erkennen ist für ihn der erste Schritt, die Prioritäten dauerhaft anders zu setzen.

Zum Ausprobieren

Frag dich bei jeder gesunden Gewohnheit nach dem Minimum. Was ist die kleinste Version, die den Effekt schon bringt? Damit fängst du an.

Prüfe deine Pausen. Kannst du wirklich abschalten? Wenn nicht, leg den Fokus zuerst auf gute Erholung, bevor du mehr tust.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Bring deine Lebensbereiche in Balance, statt einen zu opfern.
  2. Mach Gesundheit zur Gewohnheit, nicht zur Willenssache.
  3. Frag nach dem Minimum, das dein Ziel erreicht.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Geh entspannter an deine Gesundheit heran und will nicht alles auf einmal. Such dir die wenigen Dinge mit dem größten Hebel, mach sie zur Gewohnheit und sorg für echte Erholung. Leistung allein bringt weder Glück noch dauerhaften Erfolg.

Das war das Gespräch mit Sven Schermer. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.