Warum echter Erfolg bei dir selbst beginnt | mit Corina Austrup
Corina Austrup nennt sich Klarheitsmentorin. Sie kam mit sechzehn allein aus Rumänien nach Italien, später über die Liebe nach Deutschland, und hat sich hier ein erfolgreiches Kosmetikinstitut aufgebaut. In diesem Gespräch erzählt sie, wie sich der große Traum am Ende leer anfühlte und wie sie über einen Burnout zu ihrer eigentlichen Berufung fand.
Erfolg heißt, nicht mehr fürs Geld arbeiten zu müssen
Corinas Definition von Erfolg ist klar. Erfolg bedeutet für sie, nicht mehr fürs Geld arbeiten zu müssen. Geld sieht sie als Energie und mag es durchaus, aber es ist für sie ein Nebenprodukt. Wenn man das tut, was man liebt, kommt es von allein. Je mehr sie es losließ, desto mehr kam es zurück.
Von Rumänien über Mailand ins westfälische Dorf
Mit sechzehn packte Corina ihre drei Sachen und ging nach Italien, weil sie sich in Rumänien der neunziger Jahre nicht entfalten konnte. Sieben Jahre führte sie in Mailand Modegeschäfte, erfolgreich, aber ohne echte Erfüllung. Die Liebe brachte sie dann in ein kleines Dorf in Westfalen, ein ziemlicher Kulturschock nach Mailand. Deutsch nennt sie ihren Endgegner. Um es zu lernen, nahm sie einen Job in einer Pommesbude an, prägte sich die ganze Tafel ein und sprach mit den Gästen. Keine zwei Jahre später konnte sie es gut genug, um sich selbstständig zu machen.
Wie sie in Deutschland wirklich ankam
Am Anfang lief das Institut kaum. Eine Journalistin sagte ihr den entscheidenden Satz. Für ein Dorf sehe sie zu gut aus, sei zu jung und kleide sich zu modisch, die Leute fassten kein Vertrauen. Corina zog die Konsequenz, weniger Schminke, Jeans, T-Shirt, weißer Kittel, und plötzlich rannten die Kunden ihr die Bude ein. In Mailand musste man sich in Szene setzen, hier war das Gegenteil gefragt. Eine Weile verstellte sie sich, weil es der leichtere Weg war. Sobald sie angekommen und erfolgreich war, legte sie diese Rolle wieder ab.
Als der Traum erfüllt war und sich leer anfühlte
Nach vielen Jahren sanierte Corina ihr Institut, es wurde das größte und bekannteste der Umgebung. Mit Anfang vierzig stand sie mittendrin, voller Laden, klingelnde Kasse, und fragte sich: Und dann? Der Traum war da, das Geld war da, das Ansehen war da, doch es fühlte sich nicht so an, wie sie gedacht hatte. Ihr wurde klar, dass sie den Laden lange auch aus einer Trotzreaktion aufgebaut hatte, um es allen zu zeigen. Als sie sich persönlich weiterentwickelt hatte, war ihr das gar nicht mehr wichtig.
Der Burnout und die natürliche Auslese
Vor rund zehn Jahren kam der Burnout, gerade weil sie sich so lange verstellt hatte. Ihr Kopf machte irgendwann dicht, und nichts anderes auf der Welt hätte sie gestoppt. Danach verabschiedete sie alles, was ihr Stress machte, freundlich und wertschätzend, auch Kunden. Sie formulierte es so, dass es nichts mit den Menschen zu tun hatte, sondern mit ihr. Übrig blieben die, mit denen die Arbeit Freude macht. Heute schlägt sie morgens den Kalender auf und freut sich, wer kommt.
Angst vor Erfolg, und warum du einfach loslegen solltest
Corina beobachtet, dass viele Menschen Angst vor Erfolg haben. Sie brauchen erst noch einen Kurs, erst die perfekte Webseite, erst die Marktanalyse. Ihr Bild dafür ist eine Werkstatt. Statt mit dem fertigen Grundgerüst einmal um den Block zu fahren, grübeln viele über die Farbe der Ledersitze. Erfolgreich zu sein heißt für sie auch, sich zu zeigen, und davor haben viele Angst. Sie kennt das von sich. Auf Instagram traute sie sich zuerst kaum, weil sie kein perfektes Deutsch spricht. Dann sagte sie sich, sie verkaufe keine Grammatikkurse, der Inhalt zählt, und legte los.
Der Moment während der Massage
Der eigentliche Wendepunkt kam in einer Kabine, mitten in einer Massage. Die Hände arbeiteten von allein, es war still, und Corina dachte: Du bist für so viel mehr gemacht, warum traust du dich nicht? Alle sagten ihr seit Jahren, nach einem Gespräch mit ihr seien sie klarer. Da wurde ihr bewusst, dass sie anderen ständig rät loszugehen und selbst stehen bleibt. Von da an begann sie, ihre Kundinnen nebenbei zu coachen, ohne Geld, einfach im Gespräch. Es funktionierte so gut, dass daraus ihre Berufung wurde.
Frag dich ehrlich: Suche ich meine Sicherheit gerade im Außen, in Bestätigung und Likes, oder ruht sie in mir?
Wenn du etwas lange vor dir herschiebst, mach den ersten kleinen Schritt, bevor alles perfekt ist, und schau, wie die Resonanz ist.
Was ich aus dem Gespräch mitnehme
- Such deine Sicherheit in dir, nicht in der Bestätigung von außen.
- Leg einfach los, statt auf den perfekten Moment zu warten.
- Hol dir die kindliche Leichtigkeit zurück und probier es aus.
Was du mitnehmen kannst
Corinas Botschaft ist am Ende schlicht. Such es nicht mehr im Außen, such es in dir. Du bist mit allem geboren, was du brauchst, um weiterzugehen, und dieses Vertrauen lässt sich zurückgewinnen. Und hol dir die kindliche Leichtigkeit zurück, probier Dinge aus. Meistens geht es gut, und wenn nicht, hast du etwas gelernt.
Das war das Gespräch mit Corina Austrup. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.