PODCAST-FOLGE

Vermögen mit Zweck, erst Klarheit, dann Geld | mit Jürgen Müller

Folge 2 mit Jürgen Müller

Jürgen Müller ist strategischer Vermögensberater und unterstützt vor allem Unternehmer dabei, Vermögen so aufzubauen, dass es auf ihr Leben einzahlt. In diesem Gespräch geht es um einen ungewöhnlichen Gedanken: dass viele Menschen Vermögen haben, aber kein Geld. Was Jürgen erzählt, ist seine persönliche Sicht und Erfahrung, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Erfolg heißt, die Zeit richtig einzusetzen

Für Jürgen bedeutet Erfolg, die eigene Zeit so einzusetzen, dass sie sich angenehm anfühlt, und Dinge zu tun, die zur eigenen Persönlichkeit passen, am besten mit und für andere. Denn Zeit ist für ihn das eigentlich Unbezahlbare. Vermögen sollte diesem Ziel dienen, die Zeit so zu nutzen, wie man möchte.

Erfolg hat drei Buchstaben: Tun.

Viele haben Vermögen, aber kein Geld

Jürgens Kernsatz hat einen wunden Punkt getroffen. Viele Menschen sammeln ihr Vermögen wie ein Eichhörnchen, in der Hoffnung, irgendwann genug zu haben. Sie tun etwas, das ihnen keine Freude macht, um Geld zu verdienen, und geben es dann für das aus, was ihnen Spaß macht. Für ihn beginnt alles mit einer Frage. Wofür soll das Vermögen eigentlich dienen? Welche Erlebnisse möchtest du haben, womit deine Zeit verbringen? Ohne diese Klarheit häuft man immer weiter an und weiß am Ende gar nicht mehr, wofür.

Viele Menschen haben Vermögen, aber kein Geld.

Sein Weg von der Landwirtschaft zur Vermögensberatung

Jürgen kommt vom Hof, hat jahrelang Kühe gemolken und den Betrieb der Eltern übernommen. Irgendwann merkte er, dass ihn zwar die Maschinen begeistern, die Viehhaltung aber nicht. Über ein einschneidendes Erlebnis kam er zu Krypto, von dort an die Börse und in die Finanzwelt, wo er die Interaktion mit Menschen fand, die ihm gefehlt hatte. Dabei fiel ihm auf, dass die Menschen mit gut strukturierten Unternehmen diejenigen sind, die ihr Vermögen erfolgreich aufbauen. Diese Struktur hat er zuerst für sich selbst gefunden und hilft heute anderen dabei.

Erst die Klarheit, wofür, dann das Vermögen.

Was dir leichtfällt, ist oft das Wertvolle

Ein Gedanke von Jürgen bleibt besonders hängen. Was uns leichtfällt, erkennen wir selten als wertvoll. Deshalb neigen viele dazu, sich das Schwere zu suchen, im Glauben, nur damit lasse sich Geld verdienen. Sein Beispiel ist einfach. Jemand, der sein Auto mit Hingabe wäscht und ein Auge fürs Detail hat, hält das für selbstverständlich und käme nie auf die Idee, dass andere dafür zahlen würden. Genau darum braucht es einen Sparringspartner, der einen spiegelt. Diesen Spiegel sieht man allein nur schwer.

Was dir leichtfällt, erkennst du selten als wertvoll.

Unternehmerisch denken, auch als Angestellter

Jürgen begleitet auch Menschen, die aus einer Anstellung heraus den Schritt wagen. Viele sehen nicht, wie sich ihre jetzige Tätigkeit auf ein nächstes Level heben ließe. Ihm geht es zuerst um die Haltung. Wer unternehmerisch mitdenkt, ist selbst im Angestelltenjob gefragter und nimmt Gelegenheiten wahr, die andere übersehen. Für ihn zählt der erste Schritt, etwas auszuprobieren und sich mit Menschen zu umgeben, die diesen Weg schon gegangen sind.

Eigenverantwortung statt nur zu hoffen

Jürgen wirbt dafür, mehr Verantwortung für die eigene finanzielle Zukunft zu übernehmen, statt allein auf äußere Sicherheiten zu setzen. Er verweist gern auf ein Wort, das Einstein zugeschrieben wird: Es sei wenig sinnvoll, immer das Gleiche zu tun und auf Veränderung zu hoffen. Wie jemand seine Absicherung und seine Struktur gestaltet, ist für ihn sehr individuell und gehört in eine fundierte, persönliche Beratung. Sein Punkt ist die Haltung dahinter, nicht ein fertiges Rezept.

Bitcoin, seine Geschichte und seine Sicht

Zu Krypto kam Jürgen nicht freiwillig. 2016 wurde er gehackt, alle Daten und die Fotos seiner Kinder waren weg, und er löste die Situation über eine Zahlung in Bitcoin. Was ihn danach faszinierte, war weniger der Kurs, sondern der Vorgang. Wie kann man Geld ans andere Ende der Welt schicken, wenn alle Banken zu haben? Weil er die Genossenschaften aus der Landwirtschaft kannte, sah er Parallelen zu einem parallelen, gemeinschaftlich organisierten Geldsystem. Für ihn ist Bitcoin eine Ergänzung zum bestehenden System, kein Ersatz. Das ist seine persönliche Einordnung und ausdrücklich keine Empfehlung, in irgendetwas zu investieren.

Zum Ausprobieren

Frag dich ehrlich: Wofür ist mein Geld eigentlich da, welche Erlebnisse möchte ich damit möglich machen?

Überleg, was dir besonders leichtfällt, und frag jemanden, der dich gut kennt, worin er deinen echten Wert sieht.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Werde dir zuerst klar, wofür du überhaupt etwas tust.
  2. Werde aktiv und geh den ersten Schritt.
  3. Umgib dich mit Menschen, die den Weg schon gegangen sind.

Was du mitnehmen kannst

Jürgens wichtigster Satz ist auch sein Motto. Erfolg hat drei Buchstaben, Tun. Damit sich etwas verändert, muss man etwas verändern. Eine Übung aus seinem Mentoring bringt es auf den Punkt: Stell dir vor, du hast deine finanziellen Ziele erreicht. Was machst du dann den ganzen Tag? Wer diese Frage für sich beantwortet, hat den ersten Schritt schon getan.

Das war das Gespräch mit Jürgen Müller. Die ganze Folge gibt es oben als Video.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die persönliche Sicht und Erfahrung des Gastes wieder. Er ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Empfehlung, in bestimmte Anlagen oder Kryptowährungen zu investieren. Geldanlagen sind mit Risiken verbunden. Für deine persönliche Situation wende dich bitte an eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder eine unabhängige Finanzberatung.