PODCAST-FOLGE

Sind Online-Kongresse tot? Warum Berufung mehr zählt als Geld | mit Frank Willenberg

Folge 20 mit Frank Willenberg

Frank Willenberg führt eine Speaker-Agentur und bringt Experten auf Online-Kongresse. Hinter ihm liegt ein langer Weg, vom gut bezahlten Handelsjob mit schlechtem Bauchgefühl bis zu einer Arbeit, die sich für ihn wie Berufung anfühlt. Ein Gespräch über Erfolg, über die Zukunft der Online-Kongresse und darüber, warum das echte Thema zählt.

Zufriedenheit zählt mehr als das Gehalt

Lange dachte Frank, zum Erfolg gehörten vor allem die Finanzen, der Firmenwagen alle zwei Jahre, das Diensthandy, ein hohes Gehalt. Dazu kam aber oft das schlechte Gefühl am Montagmorgen, wieder ins Büro zu müssen. Heute misst er Erfolg anders. Morgens den Laptop hochzufahren, ohne ein blödes Gefühl im Bauch, verschafft ihm eine Zufriedenheit, die ihm über viele Jahre gefehlt hat.

Erfolg ist für mich vor allem Zufriedenheit mit dem, was ich tue.

Das Meer als erfüllte Sehnsucht

Frank lebt heute nah an der Ostsee, für ihn die Erfüllung einer langen Sehnsucht. Selbst um sechzehn oder siebzehn Uhr fährt er noch kurz zum Strand, bei jedem Wetter, und lässt sich den Kopf frei blasen. Für diese Momente muss man nicht nach Zypern oder Spanien auswandern, ein Stück Küste vor der Tür reicht.

Für den freien Kopf braucht es nicht Zypern, die Ostsee reicht.

Vom Burnout zur Berufung

Sein Weg war alles andere als geradlinig. Nach der Ausbildung im Handel und zwölf Jahren in einer Food-Agentur folgte 2012 ein Burnout. Danach hat er vieles versucht, von einer Kita bis zu Flächen für gestresste Großstädter, ohne dass es passte. Über Facebook geriet er als Zuschauer in Online-Kongresse und war sofort gefesselt. Aus einem eigenen Lauf-Kongress und viel Lehrgeld wurde Schritt für Schritt eine Agentur, mit der er heute für rund siebzig Experten arbeitet.

Sind Online-Kongresse tot?

Frank hört den Satz oft, das funktioniere nicht mehr. Für ihn sind Online-Kongresse nicht tot, der Markt ist nur übersättigt. Zu viele verkaufen mit Versprechen von vor einigen Jahren, ohne roten Faden und ohne echte Problemlösung. Ein guter Kongress kommt für ihn aus einer Berufung und löst ein konkretes Problem. Als Beispiel nennt er das Nischenthema Endometriose, an dem sehr viele Betroffene leiden, die sich ernst genommen fühlen wollen und nach Lösungen suchen.

Ein Kongress muss ein echtes Problem lösen.

Ein Kongress ist kein Kongress

Wer nach dem ersten Versuch aufgibt, macht es sich für Frank zu leicht. Beim ersten Mal lernt man, der zweite wird deutlich besser. Dazu gehören Ausdauer, ehrliches Hinterfragen und eine klare Pro-und-Contra-Liste. Selbst der Weg bis zum Start ist wertvoll. Wer ihn geht, hat eine erstklassige Online-Business-Ausbildung durchlaufen, oft ohne den Kongress überhaupt zu starten.

Der Weg zum ersten Kongress ist die beste Ausbildung.

Erfolg steckt in den Zwischenschritten

Für Frank zählt jeder kleine Schritt. Die erste Anmeldung im Verteiler, eine Zusage von einem großen Namen, ein gutes Gespräch. Er erzählt, wie er mit dem Olympiasieger Dieter Baumann telefoniert hat, der am Ende zwar absagte, was für Frank trotzdem ein Erfolg war. Sein schönster Vergleich hilft gegen die Enttäuschung über zu wenige Teilnehmer. Zwölfhundert Zuschauer, das ist die Sporthalle deiner Heimatstadt viermal ausverkauft.

Zwölfhundert Teilnehmer, das ist deine Sporthalle viermal ausverkauft.

Geh mit deinem wahren Thema raus

Ein Punkt liegt Frank besonders am Herzen. Viele trauen sich nicht mit ihrem echten Thema heraus und verstecken sich hinter einem sicheren Überbegriff. Er erzählt von jemandem, der über gesunde Ernährung sprechen wollte, obwohl ihn eigentlich seine MS jeden Tag bewegt. Genau dieses echte Thema zieht die richtigen Menschen an, weil sich Betroffene verstanden fühlen. Dazu gehört auch die ehrliche Frage, ob man wirklich moderieren und gute Fragen stellen kann.

Zeig dein wahres Thema, dann ziehst du die richtigen Menschen an.
Zum Ausprobieren

Frag dich morgens ehrlich, ob du dich auf deinen Tag freust. Diese Zufriedenheit ist ein besserer Erfolgsmesser als dein Kontostand.

Wenn du ein Projekt planst, geh mit deinem echten Thema heraus, nicht mit einem sicheren Überbegriff. Das Konkrete zieht die richtigen Menschen an.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Berufung schlägt Gehalt, wenn es um echte Zufriedenheit geht.
  2. Der Weg zählt, jeder Zwischenschritt ist ein Erfolg.
  3. Dein wahres Thema erreicht die passenden Menschen.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Hab den Mut, mit deinem Thema herauszugehen, auch wenn es sich unfertig anfühlt. Ich habe selbst drei Kongresse gemacht und dabei so viel gelernt wie selten. Man spricht mit Menschen, die man sonst nie kennenlernen würde, und wächst mit jeder Krise, die man löst.

Das war das Gespräch mit Frank Willenberg. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.