Ins Tun kommen, warum unperfektes Anfangen alles verändert | mit Christian Breitschwerdt
Christian Breitschwerdt war schon einmal zu Gast, und dieses Wiedersehen hat einen besonderen Anlass. Nach unserem ersten Gespräch hat er zwei alte Träume endlich umgesetzt, einen eigenen Podcast und ein Netzwerk. Ein Gespräch über Inspiration und darüber, warum es sich lohnt, unperfekt anzufangen.
Inspiration, die zur Tat wird
Christian trägt zwei Ideen schon lange in sich, ein Netzwerk für gleichgesinnte Menschen und einen Podcast. Lange hat er auf den perfekten Moment gewartet, das Netzwerk sollte fertig durchdacht sein, die Technik komplett. Nach unserem ersten Gespräch hat er die Entscheidung getroffen, beides einfach zu starten. Genau das ist seine wichtigste Botschaft.
Erst über sich selbst reden
Für den Podcast hat sich Christian die ersten Schritte von einem KI-Tool erklären lassen und gemerkt, dass die Technik gar nicht so schwer ist. Am Anfang hat er über sich selbst gesprochen, denn dabei kann man wenig falsch machen. Erst danach kamen die Interviews. Sein Netzwerk wuchs in wenigen Tagen schneller als gedacht. Beim Ausprobieren merkt man, was nicht läuft, holt sich dann Unterstützung und wächst über sich hinaus.
Erfolg kommt nie über Nacht
Ein Beispiel hat Christian besonders inspiriert. Ein bekannter YouTuber hat 2015 als Jugendlicher ein kurzes Video an sein zukünftiges Ich aufgenommen und darin von seinem großen Ziel geträumt. Zehn Jahre später hat er dieses Video veröffentlicht, inzwischen mit einer gewaltigen Reichweite von mehreren hundert Millionen Abonnenten. Das Entscheidende daran ist, dieser Erfolg kam nicht über Nacht, sondern über eine kontinuierliche Entwicklung. Genauso beobachtet Christian Handwerker auf YouTube, die klein angefangen und sich Schritt für Schritt hochgearbeitet haben.
Der Weg ist das Schöne
Für Christian liegt der Reiz weniger im Ziel als im Weg. Er erinnert an den Film, in dem ein Mann die unangenehmen Momente einfach vorspult und am Ende feststellt, dass er sein halbes Leben verpasst hat. Energie entsteht aus Orientierung, sagt er. Wer orientierungslos ist, fühlt sich schnell energielos. Wer dagegen morgens mit einer Vorfreude aufsteht, hat Kraft, fast unabhängig davon, wie viel er geschlafen hat.
Bücher laut lesen im Buchclub
Meine Buchclub-Idee hat Christian direkt übernommen. Wir treffen uns alle zwei Wochen und lesen gemeinsam ein Kapitel, gerade den Klassiker Think and Grow Rich. Sein Zusatz gefällt mir: laut lesen, weil man sich dabei selbst hört. So macht er es auch mit Vorträgen, die er vorab mehrmals laut übt. Ein fester Termin, das Lesen selbst und das laute Vortragen wirken zusammen.
Kinder lernen in Bewegung
Wir waren uns schnell einig, dass Kinder sehr unterschiedlich lernen. Das alte Modell vom stillen Sitzen passt längst nicht zu allen. Viele lernen in Bewegung und bekommen dann zu schnell einen Stempel aufgedrückt. Christian und ich waren beide der klassische Zappelphilipp. Wichtig ist, die verschiedenen Wahrnehmungskanäle zu erkennen und zu bestärken, statt sie zu unterdrücken.
Ein guter Start in den Tag
Ich brauche vor der Arbeit einen kurzen Spaziergang, auch im Homeoffice, um Weg und Arbeitsplatz gedanklich zu trennen. Christian hat seine eigene Morgenroutine, ein kaltes Bad im Aufstellpool. Nach den ersten Sekunden Kälte tritt eine Ruhe ein, die bei ihm den ganzen Vormittag nachwirkt. Das ist seine Erfahrung, jeder darf ausprobieren, was zu ihm passt. Als Numerologe schaut Christian außerdem gern auf die Bedeutung von Namen und Wörtern, das ist seine ganz eigene Sicht auf die Dinge.
Fang unperfekt an. Starte das Projekt, das du vor dir herschiebst, und verbessere es unterwegs.
Schreib einen Brief oder nimm ein Video an dein Ich in zehn Jahren auf. Halte fest, wo du hinwillst, und schau später darauf zurück.
Was ich aus dem Gespräch mitnehme
- Unperfekt starten schlägt ewiges Warten auf Perfektion.
- Großes entsteht in kleinen, kontinuierlichen Schritten.
- Ein guter Start in den Tag gibt dir Energie.
Was du mitnehmen kannst
Christian bringt es am Ende auf einen einfachen Gedanken. Wer nur denkt, bleibt im Gedanken. Wer nur redet, ist ein Schwätzer. Erst wer seine Worte in Taten umwandelt, ist jemand, der wirklich tut. Denken und reden kann jeder, das Besondere ist das Handeln. Also frag dich, worauf du Lust hast, und fang einfach an.
Das war der zweite Teil mit Christian Breitschwerdt. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.