Erfolg auf mehreren Ebenen, warum Mut zu Fehlern zählt | mit Kristian Beara
Kristian Beara ist in mehreren Welten zu Hause, als Sportler, als Polizist und Kommissar und im politischen Engagement, wo er seinen Wahlkreis gewonnen hat. Ein Gespräch darüber, was Erfolg über diese Bereiche hinweg verbindet, und warum der Mut, Fehler zuzugeben, so viel wert ist.
Erfolg heißt, morgens anzupacken
Kristian beantwortet die Frage nach Erfolg ganz bodenständig. Für ihn ist es die Zufriedenheit, morgens aufzustehen und anzupacken, dazu ein positives Gefühl und ein bisschen Glück. Wenn diese Grundhaltung stimmt, ist Erfolg für ihn viel leichter zu greifen.
Charakter formt sich in Niederlagen
In seiner Jugend hat Kristian auf hohem Niveau Fußball gespielt. Der Sport hat für ihn den Charakter geformt, und zwar mehr über die Niederlagen als über die Siege. Sinngemäß erinnert er an Roger Federer, der auf seine vielen verlorenen Punkte und Fehler zurückblickt. Fehlerfrei durchs Leben zu gehen ist utopisch. Gerade die Fehler sind es, die motivieren und für die nächste Aufgabe stärker machen.
Mut, Fehler zuzugeben
Sein wichtigster Rat ist, mutig zu sein. Gerade in Behörden und Verwaltung kommt man schneller voran, wenn man sich traut, Fehler zu machen und sie auch zuzugeben. Zum Vorgesetzten zu gehen und offen zu sagen, ich habe die Lage falsch bewertet, das tut mir leid, kostet Überwindung. Danach Ärmel hochkrempeln und beim nächsten Mal besser machen. Nicht jeder bringt das über sich, doch für Kristian ist es der richtige Weg.
Empathie macht das Entschuldigen leichter
Wie gelingt eine Entschuldigung, gerade jungen Menschen, die sich das oft nicht trauen? Kristians Antwort ist Empathie. Wer sich fragt, wie sich der andere fühlt und wie er selbst in dessen Lage handeln würde, dem fällt es leichter, einen Fehler einzugestehen. Der Sport hilft dabei, weil er von klein auf sozialisiert und den Umgang miteinander schult.
Ausgleich durch Sport
Vor jeder großen Aufgabe zählt für Kristian weniger die reine Information als die Frage, ob man mit sich im Reinen ist. Nach zehn Stunden im Dienst braucht es einen Ausgleich, den Halt in der Familie und oft ganz einfach den Sport. Manchmal ist es der triviale Schlag gegen den Ball, der einen alles vergessen lässt. Auch ein Boxsack ist für ihn ein gutes Mittel, um Wut rauszulassen, denn das sind legitime Gefühle.
Der Tag des Wahlsiegs
Überrascht war Kristian am Ende gar nicht, weil er alles gegeben und sich gut vorbereitet hatte. Als das Ergebnis dann schwarz auf weiß dastand, kam trotzdem das Glücksgefühl, dazu die Dankbarkeit gegenüber allen Unterstützern. Für ihn ist es wichtig, nach getaner Arbeit auch wirklich Freude und Genuss zuzulassen. In Köln gehört dazu ein Kölsch.
Demut, Dankbarkeit und Humor
Feste Ziele setzt sich Kristian bewusst wenig. Ihm geht es vor allem darum, Spaß an der Sache zu haben, dann steht ihm vieles offen. Eine große Rolle spielt der Humor, im Alltag, im Beruf und im Sport. Am wichtigsten ist ihm, über sich selbst lachen zu können, ohne jemanden zu kränken. Seine Botschaft zum Schluss: demütig und dankbar bleiben, die guten Momente genießen und im Konflikt lieber empathisch und konstruktiv werden.
Wenn dir ein Fehler passiert, sprich ihn offen an und entschuldige dich. Danach Ärmel hoch und beim nächsten Mal besser machen.
Sorg für deinen Ausgleich. Ein fester Termin für Sport oder Bewegung hilft, den Kopf frei zu bekommen.
Was ich aus dem Gespräch mitnehme
- Fehler zuzugeben braucht Mut und bringt dich weiter.
- Empathie macht schwierige Gespräche leichter.
- Ohne Ausgleich brennst du auf Dauer aus.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Erfolg funktioniert in Sport, Beruf und darüber hinaus nach ähnlichen Regeln. Sei mutig genug, Fehler zuzugeben, schau empathisch auf dein Gegenüber und sorg für deinen Ausgleich. Und bleib bei allem demütig und dankbar.
Das war das Gespräch mit Kristian Beara. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.