PODCAST-FOLGE

Mit Musik zum Beruf, warum Durchhaltevermögen alles entscheidet | mit Dominik Fries

Folge 26 mit Dominik Fries (Band 46)

Dominik Fries ist Profimusiker, Gitarrist, Sänger und Kopf seiner Band 46. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und weiß genau, wie steinig der Weg dorthin ist. Ein Gespräch über Durchhaltevermögen, den Mut zum eigenen Ding und das besondere Gefühl, wenn Menschen die eigenen Texte mitsingen.

Erfolg heißt, vom eigenen Ding zu leben

Für Dominik bedeutet Erfolg zuerst, sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben und von dem zu leben, was ihm Freude macht. Das Geld nennt er ein notwendiges Übel. Im Kern geht es ihm um Selbstverwirklichung, und dafür hat er über die Jahre viel getan.

Erfolg heißt für mich, von dem zu leben, was mir Spaß macht.

Ins kalte Wasser geworfen

Schon als Kind spielte Dominik mit einem Tennisschläger zu Angus Young von AC/DC, sein Idol der Jugend. Aus der Jugendband wurde bald mehr, mit Anfang zwanzig ging es auf Deutschland-Tour. Der echte Sprung kam mit dem ersten bezahlten Silvester-Auftritt. Statt zwölf Nummern brauchte er plötzlich achtzig im Repertoire, dazu spielte er mit einem Fingerbruch. Er lieferte nicht gut ab und machte Fehler, die in dem Umfeld als No-Go gelten. Im Rückblick hat ihn genau das stärker gemacht, weil er danach umso mehr Gas gab.

Manchmal braucht es eine schlechte Erfahrung, um besser zu werden.

Der Mut zum eigenen Ding

Im semiprofessionellen Bereich musste Dominik ständig Kompromisse eingehen, beim Songwriting und beim Stil. Dazu kommt das Menschliche, denn auf Tour hängt man rund um die Uhr aufeinander. Wenn die Chemie in der Band stimmt, ist für ihn die halbe Miete geschafft. Irgendwann entschied er sich, nur noch sein eigenes Ding zu machen. In der Corona-Zeit fand er endlich die Ruhe, seine Songs zu veröffentlichen, alles selbst produziert. Vom Background-Sänger entwickelte er sich zum Frontmann, wobei ihn seine Freundin bei den ersten eigenen Videos unterstützte.

Stimmt die Chemie in der Band, ist die halbe Miete geschafft.

Texte als Spiegel der Seele

Seine Texte holt Dominik aus dem eigenen Erleben, oft angestoßen durch Reisen und Kultur. Für ihn muss ein Song ehrlich sein, weil man als Musiker den Menschen seine Seele öffnet. KI nutzt er dabei höchstens als Impulsgeber, niemals für den ganzen Text, weil sonst die Persönlichkeit verloren geht. Dass Streaming-Plattformen KI-generierte Songs teils verbannen, findet er richtig, weil sonst der künstlerische Wert leidet. In seiner Rock-Community zählt ohnehin das Handgemachte.

Als Musiker öffnest du den Menschen deine Seele, dann muss es ehrlich sein.

Durchhalten wie beim Training

Sein wichtigster Rat an junge Musiker ist Durchhaltevermögen. Ein Instrument übt man wie ein Sportler trainiert, mehrmals die Woche, auch wenn es zäh wird. Dazu kommt das Selbstbewusstsein für die Bühne. Dominik kennt die Phasen, in denen man auf einem Plateau festhängt und denkt, es geht nicht weiter. Gerade junge Menschen sind da ungeduldig. Wer dranbleibt und weitermacht, bei dem kommt der Erfolg mit der Zeit, denn Stillstand ist für ihn keine Option.

Ein Instrument übt man, wie ein Sportler trainiert.

Nach dem Gig wieder runterkommen

Das schönste Gefühl beschreibt Dominik so: auf der Bühne zu stehen und zu merken, dass die Leute die eigenen Texte mitsingen. Das ist der Ritterschlag, ein echter Gänsehautmoment. Danach fällt man in ein Loch, die Glückshormone sind weg, man fühlt sich einen Tag lang wie leer. Da hilft nur, entspannt runterzukommen und alles in Ruhe nachwirken zu lassen. Aus dem Musizieren wird ein Geben und Nehmen, ein Handeln mit Emotion. Den nächtlichen Alkohol auf Tour sieht er heute kritischer, weil er am nächsten Tag die Energie braucht.

Was zurückkommt

Neben der eigenen Musik unterrichtet Dominik, inzwischen in dritter oder vierter Generation. Aus einer Schülerband wurde eine Coverband, die er bis heute begleitet und in der er selbst Bass spielt. Sein Einsatz zahlt sich hier sichtbar aus. Zu sehen, wie aus Schülern eigene Musiker werden, die auf der Bühne etwas Eigenes bewegen, ist für ihn einer der schönsten Momente.

Zum Ausprobieren

Übe deine Sache regelmäßig, wie ein Sportler trainiert. Gerade die zähen Phasen auf dem Plateau bringen dich weiter, wenn du dranbleibst.

Bring dein eigenes Erleben in das ein, was du schaffst. Das Ehrliche berührt Menschen mehr als das Perfekte.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Durchhaltevermögen entscheidet mehr als Talent allein.
  2. Fehler und schwere Phasen machen dich stärker.
  3. Das eigene, ehrliche Ding erreicht die Menschen.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Setz dir ein klares Ziel und bleib dran, auch wenn es sich zwischendurch nicht weiterbewegt. Das kenne ich vom Sprachenlernen genauso. Irgendwann geht es doch weiter, und dann bringt dich dein Wille über die zähen Phasen hinweg.

Das war das Gespräch mit Dominik Fries. Seine Band 46 und die Termine für 2026 findest du in den Shownotes. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.