PODCAST-FOLGE

Mit KI arbeiten und trotzdem Mensch bleiben | mit Daniela Purps

Folge 29 mit Daniela Purps

Daniela Purps ist KI-Consultant mit über fünfzehn Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und begleitet kleine und mittelständische Unternehmen beim Einstieg in KI. Ihr Kerngedanke klingt überraschend: Je mehr du KI nutzt, desto wichtiger wird das Zwischenmenschliche. Ein Gespräch darüber, wie KI Zeit frei macht, ohne dass du dich selbst dabei verlierst.

Erfolg heißt Zeit für das eigene Leben

Für Daniela hat Erfolg viele Schichten und wenig mit einer Zahl auf dem Konto zu tun. Geld entlastet, es nimmt die Sorge um die Rechnungen, mehr aber auch nicht. Wichtiger ist ihr die Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten. Sie und ihr Mann sind beide freiberuflich und betreuen ihre fünfjährige Tochter zu Hause. Das kostet viel Organisation, gibt ihr aber genau die Zeit, die ihr wichtig ist.

Erfolg ist, wenn man glücklich ist.

Von der Ausführung zum Managen

KI verändert für Daniela vor allem, wie wir arbeiten. Weg von der stumpfen Ausführung, hin zu einer Rolle, in der du zuerst nachdenkst und eine Strategie festlegst. Die reine Umsetzung übernimmt dann die KI. Danach kommt der Teil, den viele ungern machen und der doch entscheidend ist, die Qualitätssicherung. Im Fachjargon heißt das Human in the Loop, der Mensch prüft das Ergebnis und trägt die Verantwortung.

Die Strategie bleibt beim Menschen, die Ausführung übernimmt die KI.

Richtig genutzt schärft KI den Blick

Es gibt die Sorge, dass KI die Menschen denkfaul macht. Daniela sieht das Problem in der falschen Nutzung. Wer eine Frage hineinspricht und die erste Antwort ungeprüft übernimmt, schaltet den eigenen Kopf ab. Wer KI dagegen bewusst einsetzt, denkt mehr nach, hinterfragt und prüft. Blind übernommen stumpft KI ab, geprüft genutzt schärft sie den Blick. Die wichtigen Fähigkeiten der Zukunft sind für sie kritisches Denken, Prüfen und strategisches Vorgehen.

Nutze KI nur, wovon du etwas verstehst

Ein Rat zog sich durch das ganze Gespräch. Setze KI nur für Bereiche ein, in denen du selbst Ahnung hast, damit du das Ergebnis kontrollieren kannst. Daniela erzählt von Anwälten, die vor Gericht erfundene Fälle einreichten, weil ein Sprachmodell sie vorgeschlagen hatte, und von Firmen, die Software von der KI schreiben ließen, ohne sie zu verstehen, mit offenen Datenlecks als Folge. Geh davon aus, dass die KI Fehler macht, und prüf jede Ausgabe.

Nutze KI dort, wo du prüfen kannst, ob sie recht hat.

Keine Angst vor dem Weltuntergang

Viele Ängste stammen aus Science-Fiction-Filmen. Daniela nimmt sie für den heutigen Stand mit einem einfachen Bild. Generative KI ist ein Wahrscheinlichkeitsberechner, ganz ähnlich wie die Wortvorhersage auf deinem Handy. Du tippst guten und das Handy schlägt Morgen vor. Genau das macht die KI, nur mit sehr viel mehr Daten. Dahinter steckt kein Gefühl und kein Bewusstsein. Die Weltherrschaft reißt so ein System nicht an sich. Kritisch sieht sie eher, dass Entwickler die Grenzen immer weiter verschieben, weshalb sie sich eine weltweit vereinbarte rote Linie in der Forschung wünscht.

Der Mensch bleibt der wichtige Teil

Gerade weil KI so viel abnimmt, wird das Menschliche wertvoller. Daniela warnt davor, KI als Ersatz für echte Gespräche oder gar als Therapeuten zu behandeln, denn dahinter steckt kein Verständnis. Ein Mensch liest die Mimik und merkt, ob jemand meint, was er sagt. Wir entscheiden aus Emotion, die KI rechnet rational, und beides zusammen ergibt erst ein gutes Ergebnis. Ihr wichtigster Grundsatz für sich selbst ist eine klare Grenze. Die Zeit, die sie durch KI spart, steckt sie bewusst nicht in noch mehr Arbeit, sonst droht am Ende ein Burnout.

Die gesparte Zeit gehört deinem Leben.

So steigst du richtig ein

Für den Einstieg hat Daniela eine klare Reihenfolge. Zuerst die Basis, also verstehen, was KI kann, was sie nicht kann und wie du dabei datenschutzkonform bleibst. Dazu gehört auch ein Blick auf die europäische KI-Verordnung mit ihren Risikoklassen und der Pflicht, Kompetenz aufzubauen. Erst danach kommt das Prompten, das saubere Anweisen der KI. Ihr Merksatz dazu ist knapp: Was du schlecht hineingibst, kommt schlecht wieder heraus.

Zum Ausprobieren

Bevor du dir Konten bei den Tools anlegst, klär die Basis. Was kann KI, was kann sie nicht, und wie bleibst du beim Datenschutz sauber?

Lern zu prompten. Gib klare, ausführliche Anweisungen statt kurzer Stichworte, dann wird auch das Ergebnis besser.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Gib der KI die Ausführung, behalte Strategie und Kontrolle.
  2. Nutze KI nur dort, wo du das Ergebnis prüfen kannst.
  3. Die gesparte Zeit gehört deinem Leben, gib sie nicht in noch mehr Arbeit.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. KI ist ein starkes Werkzeug, das dir Arbeit abnimmt, solange du die Kontrolle behältst und sie für Dinge nutzt, die du selbst verstehst. Die Zeit, die du gewinnst, gehört deinem Leben.

Das war das Gespräch mit Daniela Purps. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.