Alleinerziehend, wie Alltag und Beruf zusammenpassen | mit Frank Willenberg
Diese Folge mit Frank Willenberg dreht sich um ein anderes Thema als sonst, den Alltag als alleinerziehender Vater. Frank Willenberg lebt seit fünf Jahren getrennt, teilt sich drei Töchter im Wochenrhythmus und hat in dieser Zeit eine Speaker-Agentur aufgebaut. Er erzählt, wie er Kinder und Selbstständigkeit organisiert und warum die Trennung für ihn am Ende eine Chance war.
Alltag im Wochenrhythmus
Frank Willenberg lebt seit fünf Jahren getrennt und teilt sich mit seiner Ex-Partnerin drei Töchter, die Zwillinge sind acht, die Große elf. Eine Woche sind die Kinder bei ihm, die andere hat er frei. Aufnahmen wie Podcasts oder Interviews legt er bewusst in die kinderfreie Woche, damit ihn kein krankes Kind mitten im Termin überrascht. In der Kinderwoche bleibt die Zeit für Gespräche und Betreuung.
Erwartungen runterschrauben
Sein wichtigster Trick ist die Erwartungshaltung. Er rechnet in der Kinderwoche fest damit, dass etwas dazwischenkommt. Klappt es doch, ist er nach dem Schulweg umso produktiver, oft in einem festen Fenster von zehn bis halb zwei. Weil er weiß, dass er nur diese Zeit hat, nutzt er sie konzentriert. Das ständige Jammern, man komme zu nichts, prallt an ihm ab.
Warum die Trennung eine Chance war
Rückblickend nennt Frank Willenberg die Trennung einen Segen. Vorher hatte er sich beruflich fast verloren, machte etwas Werbung, etwas Marketing, gab sonst den Hausmann. Nach der Trennung hatte er plötzlich viel Zeit für sich und fing an, sich mit sich selbst zu beschäftigen, über Persönlichkeitsanalysen wie das Enneagramm und Aufstellungsarbeit. Daraus wuchs neue Produktivität.
Vom Hausmann zur eigenen Agentur
Beruflich ging es steil bergauf. Aus der neuen Freiheit entstand die Idee für eine Speaker-Agentur. Menschen kamen von sich aus auf ihn zu und wollten vertreten werden. Im ersten Jahr wuchs die Agentur von sechzehn auf vierundfünfzig Leute, dazu kam ein eigener Podcast. Frank Willenberg beschreibt sogar einen Moment, in dem ihm die Vision dazu klar wurde, eine Sprachnachricht, die er sich später noch einmal anhörte.
Wie Räume auf die Seele wirken
Ein Teil brauchte länger, das Emotionale. Es hing für ihn stark mit Raum zusammen. Erst ein enges Apartment, dann durch einen Zufall zurück in sein altes Haus, nur zwei Stockwerke höher, in größere, hellere Räume mit drei Balkonen. Dieser Umzug hat viel bewegt. Aus dem Gefühl, aus dem Nest geworfen worden zu sein, wurde das Gefühl, wieder angekommen zu sein.
Erziehung mit Gelassenheit
Bei den Kindern setzt Frank Willenberg auf Mitbestimmung. Ausflüge bespricht er offen, spürt er einen Funken Widerstand, lässt er es. Bei drei Töchtern gibt es oft Abstimmungen, drei gegen einen, und auch das gehört für ihn dazu, weil die Kinder so lernen, mit einer Niederlage umzugehen. Sein größter Rat ist Gelassenheit. Die Zwillinge ziehen sich seit zweieinhalb selbst an, notfalls geht eine Tochter eben im Schlafanzug in die Kita, dann weiß sie es beim nächsten Mal.
Die Chance im Alleinerziehen
Trotz aller Reibung sieht Frank Willenberg klare Chancen. Die Konzentration auf einen Elternteil ist voll da, es gibt kein Ausspielen zwischen Mama und Papa. Er ist Ansprechpartner für alles, für Trauer wie für Freude. Genau darin liegt für ihn ein großer Gewinn.
Schraub für einen vollen Tag bewusst deine Erwartung herunter. Plan so, als käme sicher etwas dazwischen, dann fühlt sich alles, was klappt, wie ein Gewinn an.
Lass die Kinder mitentscheiden, was ihr unternehmt. Wer mitentscheidet, steht leichter hinter dem Plan, auch wenn er mal schiefgeht.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Klare Zeitfenster machen dich produktiver als ein voller, offener Tag.
- Eine harte Veränderung kann der Anstoß sein, zu sich selbst zu finden.
- Gelassenheit und Mitbestimmung nehmen viel Druck aus dem Familienalltag.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Vieles wird leichter, wenn du deine Erwartungen senkst und in dem Fenster, das du hast, wirklich präsent bist. Das gilt für Alleinerziehende und für alle anderen.
Das war die Folge mit Frank Willenberg. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.