PODCAST-FOLGE

Studium neben dem Vollzeitjob durchziehen | mit Kim Maczyewski

Folge 40 mit Kim Maczyewski

Diese Folge mit Kim Maczyewski dreht sich um Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Kim hat neben einer Sechzigstundenwoche in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein Studium im Personalwesen abgeschlossen, mit der Note 1,3. Sie erzählt, woher ihr Ehrgeiz kommt, wie sie den Spagat geschafft hat und was sie dabei über die eigenen Grenzen gelernt hat.

Was Erfolg für sie bedeutet

Für Kim heißt Erfolg vor allem Zufriedenheit, mit sich selbst und mit dem eigenen Leben, dazu Dankbarkeit. Beruflich braucht sie einen Sinn in dem, was sie tut. Sieht sie in einer Arbeit keinen Sinn, dann macht sie sie gar nicht erst. Titel oder Geld stehen für sie klar dahinter.

Sehe ich in meiner Arbeit keinen Sinn, dann mache ich sie nicht.

Woher der Ehrgeiz kommt

Kim kommt aus dem Leistungssport, sie hat lange auf Leistung Fußball gespielt. Ob kalt oder Regen, Training war Training. Diese Haltung hat sich festgesetzt. Als sie sich für das Studium anmeldete, zog sie in einem Jahr zwölf Prüfungen durch, Monat für Monat. Dazu kam echtes Interesse am Personalwesen, das sie für jeden Arbeitnehmer wichtig findet, weit über die Personalabteilung hinaus.

Vom Fußball in die Wirtschaftsprüfung

Ihr Werdegang ist ungewöhnlich. Ursprünglich hat Kim Fitnessökonomie studiert, aus Begeisterung für Sport, arbeitete als Trainerin, machte sich selbstständig und übernahm später eine Führungsposition im Fitnessbereich eines Luxushotels. Nach der Pandemie merkte sie, dass sich ihre Lage verändert hatte, beruflich unsicherer und als Frau in einem männerdominierten Umfeld weniger ernst genommen. Über eine Studententätigkeit rutschte sie schließlich in eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und bewies sich dort.

Der rote Faden ist das Team

Was sie aus dem Sport mitnimmt, ist das Denken im Team. Jede Position hat ihre Rolle, vorne die Tore, hinten die Absicherung, am Ende zählt das Zusammenspiel. Genau das überträgt sie auf die Arbeit. Auch beim Thema Führung, ihrem Schwerpunkt im Studium, hat sie gelernt, die Perspektive der anderen Seite einzunehmen, statt Kritik gleich als Angriff zu sehen.

Wer die eigenen Grenzen nicht einhält, bei dem überschreiten sie auch andere.

Was sie über Grenzen gelernt hat

Ihre wichtigste Erkenntnis hat wenig mit dem Fachwissen zu tun. Die eigenen Grenzen zu setzen und zu akzeptieren. Beim Schreiben der Abschlussarbeit nahm sie sich immer mehr auf, bis sie nach eigener Aussage kurz vor einem Burnout stand. Passenderweise ging es in ihrer Arbeit genau um die Prävention von Burnout und um Mitarbeitermotivation. So hat sie die Arbeit auch genutzt, um sich selbst zu analysieren.

Sport ist für mich nicht verhandelbar.

Wie sie sich ausgeglichen hat

Trotz voller Tage blieb der Sport gesetzt. Nach der Arbeit hat Kim sich erst eine halbe Stunde von allen Geräten abgekoppelt, dann ist sie joggen gegangen oder hat zu Hause trainiert. Für sie ist Sport der Weg, den Kopf freizubekommen, da lässt sie nicht mit sich diskutieren. Wenn sie in ein Thema eintaucht, kann sie zehn bis zwölf Stunden am Stück schreiben, ihre Bachelorarbeit entstand einst in zwei Wochen. Umso wichtiger ist der Ausgleich, der sie wieder herausholt.

Zum Ausprobieren

Wenn du neben dem Job etwas Großes vorhast, plan feste Ausgleichszeiten ein, so wie einen Termin. Bei Kim ist das der Sport, bei dir vielleicht ein Spaziergang oder Musik.

Achte auf deine Grenze, bevor du sie überschreitest. Sag rechtzeitig, wann genug ist, sonst tun es andere für dich nicht.

Franks drei Learnings

Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt

  1. Ehrgeiz aus dem Sport lässt sich auf jedes Ziel übertragen.
  2. Erfolg heißt für viele weniger Titel und Geld, mehr Sinn und Zufriedenheit.
  3. Eigene Grenzen zu setzen schützt vor Überlastung.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Durchhalten gelingt leichter, wenn du dich an das erinnerst, was du schon geschafft hast, und wenn du deine Grenzen ernst nimmst. Kim vergleicht schwere Phasen mit Liebeskummer, im Moment fühlt es sich an, als ginge die Welt unter, und dann geht sie eben doch nicht unter.

Das war die Folge mit Kim Maczyewski. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.