Wirksame Führung, warum innere Ordnung entscheidet | mit Katrin Manderbach
Diese Folge mit Katrin Manderbach dreht sich um Führung. Katrin ist Trainerin und Coach, war selbst über zwölf Jahre Führungskraft im technischen und operativen Bereich und hat fast nur Männer geführt. Ihre Kernthese: Gute Führung entsteht aus dem inneren Zustand eines Menschen, bevor überhaupt Technik ins Spiel kommt. Sie erklärt, warum wir ständig regulieren, was das mit Autorität zu tun hat und wie du innere Klarheit gewinnst. Das ist ihre persönliche Sicht aus der Praxis.
Was Erfolg für sie bedeutet
Für Katrin ist Erfolg gleichbedeutend mit Wirksamkeit. Wer wirksam ist, ist erfolgreich. Ihr geht es dabei weniger ums Abhaken von Zielen. Entscheidend ist für sie die Wirkung, die von einem Menschen ausgeht.
Führung ist ein Regulationsthema
Die gängige Sicht sagt, Führung sei heute vor allem ein Kompetenzproblem, also eine Frage von Feedback, Rhetorik und Kommunikation. Katrin sieht das anders. Für sie ist es ein Regulationsthema. Menschen regulieren ständig, das Nervensystem kennt seit Urzeiten drei Zustände, Kampf, Flucht und Erstarren, und sucht immer zurück in die Mitte. Die eigentliche Frage ist für sie, aus welchem inneren Zustand heraus jemand führt.
Die vier Arten, sich von außen zu regulieren
Katrin beschreibt vier Ebenen, auf denen wir uns über das Außen regulieren. Körperlich, indem wir uns beim Sport abreagieren. Emotional, indem wir die Freundin anrufen und uns bestätigen lassen. Mental, indem wir ein Konstrukt über die Situation stülpen, alles habe schon seinen Sinn. Über Status, indem wir uns mit einem schnellen Auto oder einer teuren Uhr Bedeutung geben. In der Führung zeigt sich das als noch ein Meeting, noch eine Abstimmung, lieber später entscheiden.
Warum Fremdregulation Autorität kostet
Das Tückische daran ist, dass all das kompetent wirkt. Wer bei Druck ein Meeting ansetzt, sieht souverän aus. In Wahrheit reguliert die Führungskraft sich nur im Außen und wird davon abhängig. Abends kommen dann die schlaflosen Nächte, weil das Außen zum Regulieren fehlt. Wer ständig fremdreguliert, sagt Katrin, ist keine echte Leitfigur und greift zu Kontrolle, um das auszugleichen.
Eigenregulation kann man nicht lernen, nur reifen
Der andere Weg ist die Eigenregulation. Die lässt sich nicht in einem Seminar lernen, man reift hinein, mit innerer Disziplin. Katrin vergleicht unsere Muster mit einer Schallplatte, die unter Druck automatisch abläuft. Es gibt ein kleines Zeitfenster, bevor die Platte losgeht. Wer es immer wieder erwischt und bewusst anders reagiert, programmiert das Muster mit der Zeit um.
Der stille See
Ein Bild fasst ihre Haltung zusammen. Wer innerlich geordnet ist, ist wie ein stiller See. Fällt ein Stein hinein, erkennt man sofort, wo er landet und was er auslöst. Wer in sich aufgewühlt ist, sieht diese Zusammenhänge nicht. Diese innere Ordnung ist für Katrin die eigentliche Grundlage von Autorität. Sie erzählt auch von ihrer Zwillingsschwester, mit der sie dieselbe Kindheit erlebt hat und die dieselben Situationen doch ganz anders deutet. Für Katrin zeigt das, es kommt weniger auf das Erlebte an als auf die Deutung im Hier und Jetzt.
Wie du mit Kritik umgehst
Ein konkretes Beispiel liefert Katrin an sich selbst. Früher fühlte sie sich bei Kritik wie ein kleines Mädchen, das gleich weinen möchte. Sie beobachtete, wie ihr Mann damit umging, der ruhig sagte, meinst du wirklich, ich denke darüber nach. Genau das übte sie bewusst, immer wieder, bis Kritik sie heute kaum noch berührt. Ihr Tipp an dich: Beobachte, wie du auf Kritik reagierst, und wie deine Partnerin oder deine Kinder es tun.
Achte beim nächsten Mal, wenn dich jemand kritisiert, auf deine erste Reaktion. Erkennst du dein Muster, kannst du bewusst einmal anders antworten, zum Beispiel mit, ich denke darüber nach.
Schau dir die Menschen an, mit denen du am meisten Zeit verbringst. Wer von ihnen ruht in sich, und wie wirkt das auf dich?
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Führung entsteht vor allem aus dem inneren Zustand, Technik kommt danach.
- Vieles, was kompetent wirkt, ist in Wahrheit Regulation im Außen.
- Muster verändern sich, wenn du sie im Moment erkennst und bewusst anders reagierst.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Wirkung entsteht von innen. Wer in sich Ordnung schafft, führt klarer und schläft ruhiger.
Katrin arbeitet gerade an einem Buch zu ihrem Führungsmodell. Das war die Folge mit Katrin Manderbach. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.