Ein Buch schreiben, vom ersten Impuls bis zum fertigen Werk | mit Klaus Schwarzkopf
Klaus Schwarzkopf war schon einmal im Erfolgsklartext zu Gast. Diesmal geht es um sein neues Buch, das zweite, und vor allem um den Weg dahin. Vom ersten Impuls über die Struktur bis zum Launch auf Amazon. Wer selbst mit dem Gedanken spielt, ein Buch zu schreiben, bekommt hier einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen, dazu das Prinzip, das ihn durch das ganze Projekt geführt hat.
Warum überhaupt ein Buch
Für Klaus ist ein Buch mehr als ein Marketinginstrument. Er nennt es Mentoring, das sich vervielfältigt. Man kann nicht jedem ein Gespräch unter vier Augen geben, ein Buch schon. Es ist Wissen zum Weitergeben, dazu eine Visitenkarte, die man jemandem in die Hand drücken kann. Sein erstes Buch entstand mit zwanzig Coaches gemeinsam, jeder steuerte sechs Seiten bei. Das neue hat er allein geschrieben.
Worum es im Buch geht
Im Kern steht die 80-20-Regel, benannt nach dem Ökonomen Vilfredo Pareto. Zwanzig Prozent der Ursachen bringen achtzig Prozent der Wirkung. Klaus überträgt das auf die Automatisierung in kleinen Unternehmen. Sein Punkt: Viele automatisieren das Falsche. Sie nehmen sich die einfachen achtzig Prozent vor und lassen die zwanzig liegen, die wirklich etwas bewegen. Das Buch hilft, genau diese zwanzig Prozent zu finden.
Der Friedhof im Unternehmen
Ein Bild aus dem Buch bleibt hängen, der Friedhof. Gemeint sind Tools und Prozesse, die still weiterlaufen, obwohl niemand ihr Ergebnis mehr braucht. Reports, die erzeugt werden, hinter denen aber keine Entscheidung steht. Ein neues Feld im CRM, das der Vertrieb nur halbherzig füllt, weil im Ablauf keine Zeit dafür vorgesehen ist. Dazu der Workaround, der zur Dauerlösung wird. Ein Prozess geht einmal kaputt, jemand findet einen Umweg, und selbst neue Mitarbeiter lernen den Umweg, obwohl der eigentliche Weg längst repariert ist.
Pareto auf Pareto
Klaus geht noch einen Schritt weiter. Wer die zwanzig Prozent gefunden hat, kann die Regel erneut anwenden. Aus den zwanzig werden vier Prozent, die schon vierundsechzig Prozent der Wirkung bringen. Am Ende steht die eine Sache, die gerade den größten Unterschied macht. Genau so hat er auch entschieden, dass dieses Buch dran ist, als die Aufgabe, die sein Geschäft sichtbarer macht.
Wie das Buch entstanden ist
Zuerst die Struktur, dann der Text. Klaus hat die Kapitel geplant und in jede Kapitelüberschrift schon hineingeschrieben, was dort vorkommen soll. Das hat ihn davor bewahrt, den Faden zu verlieren oder sich zu wiederholen. Rund zwanzig Prozent der Zeit gingen allein in die Struktur, die typische Pareto-Zahl. Für das Vorwort gewann er Heiko Knödel. Das reine Schreiben dauerte ein halbes Jahr, die Idee reifte deutlich länger.
Weniger Seiten, mehr Wirkung
Ursprünglich waren es rund hundertfünfzig Seiten. Klaus hat gekürzt, bis hundertsieben übrig blieben. Sein Gedanke dahinter: Kaum jemand will heute noch dicke Wälzer lesen, gefragt ist komprimiertes Wissen im Taschenbuchformat, das sich schnell umsetzen lässt. Damit es hängen bleibt, arbeitet er mit Geschichten statt mit nackten Zahlen.
Titel und Cover, der unterschätzte Teil
Am meisten Arbeit steckte für Klaus im Titel und im Cover. Beim Untertitel kommt es auf die Suchbegriffe an, nach denen Leser bei Amazon suchen. Fehlt das richtige Wort, wird das Buch nicht gefunden. Aus dem Begriff KMU wurde small businesses, weil man im englischen Raum den Ausdruck KMU nicht kennt. Das Cover verglich er mit einem YouTube-Thumbnail, es muss herausstechen und trotzdem zum Inhalt passen. Für das Bild brauchte er rund hundert Anläufe, danach den letzten Schliff in Canva.
Nimm deine To-do-Liste und markiere die zwanzig Prozent, die den größten Unterschied machen. Fang morgen bewusst mit einer davon an, bevor du die vielen kleinen Aufgaben abarbeitest.
Wenn du etwas automatisieren willst, frag zuerst, ob hinter dem Ergebnis wirklich eine Entscheidung steht. Wenn nicht, brauchst du den Prozess vielleicht gar nicht.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Die meiste Wirkung steckt in wenigen Aufgaben, der Rest kostet vor allem Zeit.
- Eine klare Struktur am Anfang spart dir später das Chaos.
- Ein Buch ist Mentoring, das sich vervielfältigt, und zugleich eine Visitenkarte.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich dieses Gespräch auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Der erste Schritt ist selten das Problem, das Durchhalten bis zum Ende schon. Wer vorher weiß, was am meisten zählt, kommt leichter durch. Klaus fasst es am Schluss selbst zusammen, schau dir Pareto an, im Geschäft, in der Freizeit, in Beziehungen und sogar bei der Gesundheit.
Das Buch gibt es aktuell auf Englisch bei Amazon, die deutsche Fassung folgt. Die ganze Folge mit Klaus Schwarzkopf gibt es oben als Video und zum Anhören.