Authentizität, warum du sagen darfst, was du fühlst | mit Ninja Abel
Zweiter Teil mit Ninja Abel, und es wird persönlich. Es geht um Authentizität, darum, zu sagen, was man wirklich fühlt, statt immer nur nett zu sein. Ninja erzählt aus ihrer eigenen Geschichte, wie sehr sie sich lange angepasst hat und was das mit ihr gemacht hat. Vorweg, das ist ihr persönlicher Weg und ihre Sicht, kein Rezept und kein medizinischer Rat.
Zu nett ist auch nicht ehrlich
Ninjas Ausgangspunkt ist etwas, das viele kennen. Jemand sagt etwas, das dich trifft, und du sagst, alles okay, oder gar nichts. Du nimmst es mit nach Hause, es beschäftigt dich den ganzen Tag, manchmal eine ganze Woche, und du schleppst es mit dir herum wie ein Paket. Gelernt haben wir das früh. Wie redest du mit dem Lehrer, mit den Eltern, mit dem Chef? Bloß nicht anecken. Wenn wir aber nie sagen, was wir fühlen, sagt Ninja, belügen wir am Ende uns selbst.
Was Authentizität wirklich heißt
Authentisch sein bedeutet für Ninja nicht, anderen boshafte Dinge an den Kopf zu werfen. Es reicht schon ein Satz wie, ich finde nicht in Ordnung, wie du gerade mit mir redest. Selbst das haben die meisten nie gelernt. Sie sagt ehrlich, dass sie selbst noch übt, denn Authentizität zeigt sich weniger in großen Gesten als in vielen kleinen Momenten.
Deine inneren Programme erkennen
Ein Bild von Ninja bleibt hängen. Wir funktionieren wie ein Handy voller Apps, und den ganzen Tag bedienen wir diese Programme, oft ohne es zu merken. Lächelst du jemanden zurück an, obwohl du gar keine Lust dazu hast? Hilfst du aus echtem Antrieb oder nur aus Gewohnheit? Gehst du zur Arbeit, obwohl dein Körper längst nach einer Pause ruft? Ihr Rat ist, immer wieder herauszuzoomen und dich selbst zu beobachten. Was denke ich gerade, warum tue ich das? Das ist Übung, sagt sie, wie Training im Fitnessstudio.
Ihre eigene Geschichte
Ninja spricht offen über sich. Als Kind hat sie sich stark angepasst und Konflikten aus dem Weg gegangen, in der Schule wurde sie gemobbt, und wenn sie wütend war, hieß es, du darfst erst wieder raus, wenn du lieb bist. Über Jahre, erzählt sie, kamen körperliche Beschwerden dazu, eine Neurodermitis, die sie drei Jahrzehnte begleitete, Probleme mit dem Rücken, ein schwerer Burnout. Für sie hängt das eng mit den vielen unterdrückten Gefühlen zusammen. Je ehrlicher und authentischer sie wurde, desto mehr besserte sich manches. Wichtig dabei, das ist ihre persönliche Erfahrung, kein Heilversprechen und kein Ersatz für ärztliche Behandlung.
Was Thailand verändert hat
Eine Reise nach Thailand hat für Ninja viel bewegt. Sie beschreibt die Energie dort als Tag und Nacht zu Deutschland, die Menschen haben wenig und sind trotzdem freundlich und leicht. Vor allem hat sie dort geübt, Kontrolle und das ständige Bedürfnis nach Sicherheit loszulassen, Neues auszuprobieren und mehr zu vertrauen. Sie erzählt auch, wie oft sich Dinge einfach fügten, sobald sie einen Wunsch aussprach und ihn dann losließ. Ob man das teilt oder nicht, der Kern ist einladend, mehr auf die innere Stimme hören und den eigenen Impulsen folgen.
Die Fragen, die dich weiterbringen
Am wertvollsten fand ich Ninjas Fragen zum Schluss. Frag dich einmal, was würde ich in meinem Leben verändern, wenn Geld keine Rolle spielt und wirklich alles möglich wäre? Noch konkreter, wenn du an deinen Job oder deine Beziehung denkst, zelebrieren dann deine Zellen, oder ist es nur okay? Wichtig ist ihr, die Antwort aus dem Herzen kommen zu lassen, nicht aus dem Kopf, der sofort alle Gründe aufzählt, warum etwas nicht geht.
Beobachte einen Tag lang ein einziges Muster an dir. Zum Beispiel, ob du zurücklächelst, obwohl dir gar nicht danach ist, oder ob du Ja sagst, obwohl du Nein meinst.
Nimm dir außerdem Ninjas Frage vor. Wenn Geld keine Rolle spielte und alles möglich wäre, was würdest du ändern? Schreib die erste Antwort auf, die aus dem Bauch kommt.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Sag ruhig, wenn dir etwas nicht passt, ein einziger Satz reicht schon.
- Beobachte deine Muster, statt sie unbemerkt abzuspulen.
- Frag dich ehrlich, ob dein Leben dich begeistert oder nur okay ist.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich diese Folge auf einen Gedanken bringe, dann diesen. Ehrlich zu sein beginnt im Kleinen, bei dem einen Satz, den du sonst herunterschluckst, und bei der ehrlichen Frage, ob dein Leben dich wirklich begeistert.
Ninja bietet ein kostenloses Impulsgespräch an, den Link findest du in der Videobeschreibung. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Ninja Abel findest du weiter unten.