PODCAST-FOLGE

Realitätsbewusstsein, wie du ruhig bleibst, wenn alles wackelt | mit Susanne Wilberg

Folge 57 · Teil 2 von 2 mit Susanne Wilberg
Realitätsbewusstsein mit Susanne Wilberg
Teil 1 Teil 2 · du bist hier

Zweiter Teil mit Susanne Wilberg. Diesmal wird es konkret und aktuell. Jobs fallen weg, ganze Branchen wanken, und viele stehen zum ersten Mal vor der Frage, wie es beruflich weitergeht. Susanne zeigt, wie du in so einer Lage ruhig bleibst und bei einer einzigen Frage landest. Wie hätte ich es eigentlich gern?

Verändern ohne Druck

Susannes erster Punkt ist eine Haltung, keine Hauruck-Aktion. Wer den Job verliert, muss sich nicht sofort bewerben, sich nicht sofort selbstständig machen, nicht sofort irgendetwas. Sie lädt dazu ein, die Zeit erst einmal zu nutzen und in sich zu gehen. Was kann ich wirklich bewirken, worauf hätte ich Lust? Für diesen ersten Schritt braucht es weniger einen fertigen Plan als eine Vorstellung davon, wie es sein könnte.

Die eine Frage, und der zweite Satz muss weg

Die Kernfrage der ganzen Reihe kehrt zurück. Wie hätte ich es denn gerne? Susanne rät, mit dieser Frage regelrecht schwanger zu gehen. Wichtig ist ihr der zweite Satz, den die meisten sofort hinterherschieben. Das ging doch noch nie, das kann ich mir nicht leisten. Genau den lässt du weg. Schreib stattdessen auf, wie du es gern hättest, zwei, drei Punkte, immer wieder. Das ist für sie der erste Schritt heraus aus der Gewohnheit.

Es ist nur eine Bühne, die du dir selbst kreiert hast.

Bestell dein Leben wie bei Amazon

Ihr Lieblingsbild ist die Bestellung bei Amazon. Wenn du dort etwas orderst, rufst du hinterher nicht an und fragst, ob die deine Adresse finden oder ob es der Firma gerade gut geht. Du gibst die Bestellung auf und vertraust, dass sie kommt. Genauso, sagt Susanne, darfst du mit deinen Wünschen umgehen. Der einzige Grund, warum wir oft nicht bekommen, was wir wollen, ist für sie eine geistige Distanz, wir können es uns schlicht nicht vorstellen. Du musst dabei nicht wissen, wie und wann es sich zeigt.

Du musst nicht wissen, wie und wann. Nur, wie du es gerne hättest.

Wenn die Angst ums Geld hochkommt

Der heikelste Punkt ist die nackte Existenzangst. Die Miete ist fällig, das Konto leer, und der Kopf dreht sich. Susanne macht daraus keine esoterische Wunschmaschine. Ihr Ansatz setzt beim Bewusstsein an. Zuerst hörst du auf, die Lage sofort als Katastrophe zu bewerten. Du hast gerade kein Geld, das ist ein Zustand, kein Urteil über dich. Nimm die Ladung heraus, atme, mach dir bewusst, dass du lebst und versorgt bist. Aus diesem ruhigeren Zustand triffst du klarere Entscheidungen und kommst überhaupt erst ins Handeln. Susanne verspricht kein Geld aus dem Nichts. Sie will, dass die Angst dich nicht länger lähmt.

Beweg dich, im Wortsinn

Ein Teil von Susannes Rat ist ganz körperlich. Wenn ein Ort oder ein Umfeld dir nicht mehr guttut, dann verlass es. Sie selbst ist in ihrem Leben oft umgezogen, immer dorthin, wo es sich stimmiger anfühlte. Der Verstand will dich davon abhalten, er meint es gut und will dich beschützen, und trotzdem bringt genau das oft das alte Ergebnis. Sie sagt es sehr wörtlich, nimm die Beine und geh dahin, wo es dir besser geht. Behandle deinen Körper freundlich, statt ihn zu beschimpfen, wenn mal etwas zwickt, und frag ihn lieber, was er braucht.

Mach einmal etwas völlig anderes

Wer nicht weiß, was er will, kennt meist nur, was er nicht will. Susannes Gegenmittel ist herrlich unkompliziert. Tu einmal nicht das, was du gestern und heute getan hast, denn das hat dich genau dahin gebracht, wo du gerade stehst. Geh in andere Läden, iss etwas anderes, nimm einen anderen Weg. Leg das Handy weg, gerade auf der Toilette, denn die besten Einfälle kommen, wenn der Kopf mal Ruhe hat. Sie sagt es mit einem Augenzwinkern, geh doch mal wieder schaukeln. Danach kommst du ins Handeln, und darum geht es.

Anfangen, sofort anfangen.
Zum Ausprobieren

Schreib in dieser Woche zwei, drei Sätze auf, wie du es wirklich gern hättest, beruflich oder privat. Lass den zweiten Satz weg, das Aber, das Geht-nicht. Leg den Zettel dann zur Seite und schau ihn ein paar Tage nicht an.

Kommt die Sorge hoch, halt kurz inne und frag dich nur das eine. Wie hätte ich es stattdessen gern?

Franks drei Learnings

Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt

  1. Stell dir in jeder Lage die eine Frage, wie hätte ich es gern, und lass den zweiten Satz weg.
  2. Nimm der Angst die Ladung, damit du wieder klar denken und handeln kannst.
  3. Verändere Kleinigkeiten im Alltag und komm ins Tun, statt zu grübeln.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich diese Folge auf einen Satz bringe, dann diesen. Gerade wenn im Außen viel wackelt, hilft weniger Grübeln und mehr die ruhige Frage, wie du es eigentlich gern hättest, und ein erster Schritt.

Das war Teil 2 von zwei mit Susanne Wilberg zum Realitätsbewusstsein. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Susanne Wilberg findest du weiter unten.