Selbstwert, warum du deinen Wert nicht am Erfolg misst | mit Anja Wiebe
Halbzeit. Anja Wiebe nimmt das Bild vom Fußball und legt es auf das Jahr. Zur Sommersonnenwende ist die astronomische Mitte erreicht, das erste Halbjahr vorbei, und den meisten ist es viel zu schnell vergangen. Anja war früher Bankerin und arbeitet heute mit Numerologie, Astrologie und Human Design. In dieser Folge zeigt sie, wie du mit Zyklen bewusster ins zweite Halbjahr gehst, und stellt fünf Fragen, die es in sich haben.
Halbzeit, ein ehrlicher Zwischenstand
Der Vergleich mit dem Fußball ist mehr als ein Bild. So wie eine Mannschaft in der Pause auf die erste Hälfte schaut, lohnt sich der Blick zurück auf das erste Halbjahr. Als Bankerin hat Anja das jedes Quartal getan, Plan gegen Ist, ganz nüchtern. Unternehmerisch ist das selbstverständlich, im Privaten trampeln wir meist darüber hinweg. Ihr Punkt ist einfach. Nimm dir den Moment, bevor die zweite Hälfte anpfeift.
Zyklen verstehen, ohne Aberglaube
Hier wird Anja deutlich, und das ist wichtig für den Ton der ganzen Folge. Sie hält nichts von der Astrologie, die sagt, heute steht der Mond falsch, also arbeite ich nicht. Sie arbeitet jeden Tag. Was sie meint, ist etwas anderes. Es gibt universelle Zyklen und deine eigenen, und wer sie kennt, bringt beides in Einklang. Manche Tage sind fokussierter, an anderen verzettelt man sich, und dann nimmt sie sich eben die Aufgaben vor, die zu diesem Tag passen. Das hat für sie nichts mit Vorhersage zu tun. Es geht ums Erkennen von Mustern.
Orte, die dir guttun
Ein Gedanke von Anja bleibt hängen. Nicht jeder Ort passt zu jedem Menschen. Über die sogenannte Astro-Kartografie und über Numerologie lässt sich, in ihrer Methode, ablesen, welche Orte dich beflügeln und welche dich eher bremsen. Berlin liegt ihr weniger, Köln mehr, ein großes Event dort hat sie bewusst abgesagt. Ihre Wohnung in Tirol dagegen passt, sie hat sogar dieselbe Zielzahl wie ihr Name, wie sie im Nachhinein ausgerechnet hat. Man muss deswegen nicht umziehen, sagt sie. Es hilft schon zu wissen, wie ein Ort auf einen wirkt.
Der Rückblick über zwölf Jahre
Weil sich Zyklen wiederholen, empfiehlt Anja eine einfache Übung. Der Glücksplanet Jupiter wechselt einmal im Jahr das Zeichen und ist nach zwölf Jahren wieder am selben Punkt. Scroll einmal durch deine Fotos von vor zwölf Jahren, sagt sie, und schau, was damals los war. Bei ihr waren es ein Umzug und ein Neuanfang, und genau diese Themen meldeten sich für sie jetzt wieder. Sie muss nichts davon wiederholen, doch sie kann daraus lernen. Es geht ihr um Themen, die einem vor die Füße gelegt werden, nicht um ein Horoskop.
Selbstwert, das große Thema bis 2034
Ab Ende Juni beginnt für Anja ein langer Bogen. Der Planet Chiron, in der Mythologie der verwundete Heiler, berührt bis 2034 das Thema Selbstwert, Körper und Ressourcen. Besonders die Jahrgänge 1976 bis 1984 spüren das, sagt sie, meist rund um das fünfzigste Lebensjahr, wenn ein Wendepunkt ansteht. Ob man an die Deutung glaubt oder nicht, die Frage dahinter trifft jeden. Woran machst du deinen Wert fest? An dem, was du leistest und besitzt, oder an etwas, das bleibt, wenn der Erfolg einmal ausbleibt? Genau darum kreist dieser Teil der Folge.
Job oder Berufung?
Egal welchen Jahrgang du hast, dieser Punkt trifft jeden. Anja macht einen schönen Unterschied zwischen Job und Berufung. Ein Job ist für sie just over broke, kurz vor der Pleite, etwas, das man nur des Geldes wegen tut. Eine Berufung folgt dem inneren Ruf, sie erfüllt. Sie erzählt von sich selbst. Als Kind hieß sie die rasende Reporterin, jemand fand, sie rede zu viel. Hätte sie darauf gehört, würde sie ihren Beruf heute nicht machen, denn der lebt vom Reden.
Nimm dir bis in den Herbst fünf Fragen vor, eine nach der anderen. Lebe ich meine Talente wirklich? Entspricht mein Beruf noch meinen inneren Werten? Was gibt mir heute Sicherheit? Welcher Lebensbereich fühlt sich stimmig an, und wo habe ich etwas zu tun? Welche Fähigkeit will ich bewusst in meine zweite Lebenshälfte mitnehmen?
Schreib deine Antworten auf und schau in ein paar Wochen noch einmal darauf.
Wenn KI und Metaphysik zusammenkommen
Was Anjas Arbeit heute besonders macht, ist die Verbindung von zwei Welten. Auf der einen Seite Numerologie, Astrologie und Human Design, auf der anderen die KI. Sie hat mehrere Bots gebaut, die Muster übersetzen und Menschen schneller sichtbar machen, mit ihren natürlichen Talenten. Für sie liegt genau darin die Magie, die Zyklen in etwas zu übersetzen, das man versteht und nutzen kann.
Bodenständig bleiben
Zum Schluss bremst Anja jede Esoterik-Übertreibung aus. Bloß nicht päpstlicher als der Papst, sagt sie. Kein mach das heute oder stirb. Ein Mondwechsel wirkt ein paar Tage, Jupiter ein Jahr, Chiron über Jahre. Es geht nicht darum, etwas nicht zu tun, weil gerade Vollmond ist. Es geht darum, wieder mehr zu fühlen und die Energie in Produktivität oder Kreativität umzumünzen. Ihre Buchhaltung legt sie zum Beispiel ans Monatsende, wenn ohnehin Loslassen an der Reihe ist.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Zieh vor dem zweiten Halbjahr einen ehrlichen Zwischenstand, wie im Quartalscheck.
- Frag dich, ob du deinen Wert am äußeren Erfolg festmachst und ob dein Beruf noch zu dir passt.
- Nutze Rhythmen als Orientierung, nicht als Ausrede.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich diese Folge auf einen Satz bringe, dann diesen. Nutze die Halbzeit für einen ehrlichen Blick, und mach deinen Wert an dem fest, was wirklich zu dir gehört.
Anjas Halbjahres-Workshop und ihre Kontakte findest du unter dem Video verlinkt. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Anja Wiebe findest du weiter unten.