Verena Böer ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleitet Menschen, die im Außen viel Erfolg haben und innen eine große Leere spüren. In diesem Gespräch geht es darum, entspannt zum Erfolg zu kommen. Um die frühen Warnzeichen, um kleine Energieoasen im Alltag und darum, wieder bei sich selbst anzukommen.

Erfolg heißt innere Erfüllung

Für Verena ist Erfolg innere Erfüllung. Aus dem Inneren heraus zufrieden und im Frieden mit sich zu sein und den Erfolg im Außen dann wirklich genießen zu können. Sie weiß, wovon sie spricht. Mit zwanzig kündigte sie einen sicheren, gut bezahlten Job, in dem sie todunglücklich war. Ihr Kontostand stieg, und sie wurde trotzdem immer unglücklicher und tröstete sich mit Schokolade. Alles, was sie sich kaufen konnte, hat ihr inneres Leid nicht kleiner gemacht.

Alles im Außen hat mein inneres Leid nicht beseitigt.

Wenn außen alles glänzt und innen Leere ist

Die meisten Menschen holen sich erst Hilfe, wenn das Leid schon groß ist. Oft braucht es das Magengeschwür, die Gürtelrose oder die Beziehung, die auseinanderbricht, damit der Schritt gegangen wird. Verena führt das auch darauf zurück, dass seelische Themen noch nicht dieselbe Anerkennung haben wie körperliche Beschwerden. Gerade Männer lernen früh, dass Gefühle zu zeigen ein Zeichen von Schwäche sei. So wird lange in Eigenregie versucht, das Ruder herumzureißen.

Die ersten Warnzeichen ehrlich erkennen

Verenas wichtigster Tipp ist Ehrlichkeit zu sich selbst. Wer ehrlich hinschaut, spürt schon lange, was nicht passt. Schlechter Schlaf, häufige Kopfschmerzen, der Magen, der wehtut. Auch die Flasche Wein am Abend, gesellschaftlich völlig anerkannt, kann ein Zeichen sein. Und wenn man sich sozial zurückzieht, weil alles zu viel und zu laut wird, ist das eine Alarmglocke. Sie rät, sich einmal hinzusetzen und ehrlich Bilanz zu ziehen.

Sei ehrlich zu dir, wann fühlst du dich nicht mehr wohl?

Kleine Energieoasen im Alltag

Bevor man zu jemandem geht, lässt sich vieles selbst beginnen. Verena schaut zuerst auf die Ernährung, weil viel Zucker das Stresshormon zusätzlich hochtreibt. Dann auf die Verschnaufpausen, am besten kurz in die Natur, durchatmen und Grenzen setzen. Und auf den Atem. Wer tief in den Bauch atmet und den Atem beobachtet, kommt im Hier und Jetzt und im eigenen Körper wieder an. Das sind kleine Hilfen, die überall möglich sind und nichts kosten. Wichtig ist ihr, dass daraus eine Routine wird, nicht nur einmal die Woche etwas Gutes.

Wir atmen weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, nur im Jetzt.

Handysucht und die eigene Entscheidung

Ein großes Thema ist das Handy. Verena nennt es klar eine Sucht, und eine Sucht ist für sie immer eine Suche nach etwas, das man dort nicht findet. Der erste Schritt ist, sich das ehrlich einzugestehen, ohne sich zu verurteilen. Danach hilft nur die eigene Entscheidung. So wie beim Rauchen fragt sie ihre Klienten, ob sie wirklich aufhören wollen, denn ohne intrinsische Motivation funktioniert es nicht. Sie rät, klein anzufangen, etwa eine Viertelstunde konsequent ohne Handy, und diese Zeit mit etwas Schönem zu füllen, einem Spaziergang, dem Atem, der Natur.

Eine Sucht ist immer eine Suche nach etwas.

Rückschläge und Geduld mit sich selbst

Wenn es nach einer Woche einmal nicht klappt, geht Verena in die Vergebung. Sie nimmt es an, ist gut mit sich und macht am nächsten Tag einfach weiter, dort, wo sie aufgehört hat. Ihr Bild dafür sind Kinder. Als Kind sind wir beim Laufenlernen immer wieder hingefallen und aufgestanden. Als Erwachsene geben wir viel zu schnell auf und werden ungeduldig mit uns. Genau dieses Dranbleiben, ohne sich zu verurteilen, macht den Unterschied.

Als Kind sind wir hingefallen und einfach wieder aufgestanden.

Gute Gewohnheiten Schritt für Schritt aufbauen

Verena ist ein großer Fan von Ritualen und positiven Routinen. Ihr Rat ist, sich zuerst klarzumachen, wo man hinwill, und dann eine einzige Sache zu verändern, für ein bis zwei Wochen, bis sie sich normal anfühlt. Erst dann kommt die nächste. Wer alles auf einmal umkrempeln will, überfordert das Gehirn und fällt in die alten Muster zurück. Bleibt man am kleinen Spaziergang dran, spürt man bald, wie gut er tut, und irgendwann fehlt er, wenn er ausfällt. So wird aus einem Vorsatz eine Gewohnheit, ganz ohne Zwang.

Zum Ausprobieren

Nimm dir heute eine kurze Pause, geh vor die Tür und atme ein paar Mal bewusst tief in den Bauch.

Leg das Handy eine Viertelstunde konsequent weg und füll die Zeit mit etwas Schönem, statt mit Fernseher oder Laptop.

Franks drei Learnings

Was ich aus dem Gespräch mitnehme

  1. Sei ehrlich zu dir und nimm die frühen Warnzeichen ernst.
  2. Die Macht der Wiederholung entscheidet, nach einem Ausrutscher fängst du einfach neu an.
  3. Entwickle dich von innen nach außen, komm erst bei dir an, dann im Außen.

Was du mitnehmen kannst

Verenas größter Wunsch am Ende ist einfach. Sorge gut für dich und mach dich zur Nummer eins in deinem Leben. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Wer in seiner vollen Energie ist, mental und körperlich, ist auch für die anderen da, im Business, in der Familie, im Freundeskreis. Und dann macht das Ganze wirklich Freude.

Mach dich zur Nummer eins in deinem Leben.

Das war das Gespräch mit Verena Böer. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.