PODCAST-FOLGE

Realitätssteuerung, wie du deine 1500 Gedanken am Tag lenkst | mit Susanne Wilberg

Folge 62 · Teil 1 von 4 mit Susanne Wilberg
Die Reihe mit Susanne Wilberg
Teil 1 · du bist hier Teil 2 Teil 3 Teil 4

Susanne sagt einen Satz, der erst einmal fast zu einfach klingt. Wir steuern unsere Realität sowieso, jeden Tag, die einzige Frage ist, ob bewusst oder unbewusst. In diesem ersten Teil unserer Reihe geht es genau darum, wie du vom Autopiloten auf bewusst umschaltest, warum die meisten deiner Gedanken gar nicht wirklich deine sind und was der Brief vom Amt am Freitagabend damit zu tun hat.

Wir steuern immer, nur meistens unbewusst

Realitätssteuerung heißt für Susanne nichts Kompliziertes. Wir beeinflussen ständig, was uns passiert, nur läuft das bei den meisten unbewusst ab. Je bewusster du steuerst, desto eher passieren die Dinge, die du wirklich willst, und desto mehr verändert sich deine Lebensqualität. Es wird immer etwas auf dich einströmen, das dir nicht gefällt, so ist die Welt. Susanne legt dafür gleich das erste Werkzeug hin, und es ist fast lächerlich klein. Sag dir einfach, ist doch gar nicht schlimm, und mach weiter. Sie meint das ernst, weil dieser eine Satz die Aufregung sofort kleiner macht.

Die Frage, die den Anfang macht

Der nächste Schritt ist eine Frage, die dir sonst keiner stellt. Wie hätte ich es eigentlich gern? Susanne betont, dass Fragen öffnen, sie sorgen dafür, dass wieder etwas zu dir kommen kann. Das Verrückte ist, dass die meisten Menschen diese Frage nie beantworten, weil sie nur wissen, was sie nicht wollen. Keine Nachrichten mehr, kein Dauerstress mit dem Terminkalender. Was du stattdessen willst, bleibt oft ein leeres Blatt. Genau da beginnt die Arbeit, dir ein konkretes Bild zu machen, wie es sein soll, und dieses Bild immer wieder aufzurufen.

1500 Gedanken, und die wenigsten hast du gewählt

Wir haben rund 1500 Gedanken am Tag, viele davon jeden Tag dieselben. Susanne beschreibt uns eher als Empfänger denn als Denker. Wir schnappen Gedanken auf, die eine bestimmte Energie haben, und weil wir sie ständig wiederholen, erzeugen wir uns jeden Tag ein ähnliches Leben. Was uns wirklich steuert, sind die Gedanken mit der meisten Ladung und die, die du am häufigsten denkst. Ihr Weg heraus ist schlicht. Erst bemerken, was du gerade denkst, dann die Menge reduzieren, damit eine Lücke entsteht, und diese Lücke mit dem füllen, wie du es gern hättest.

Dein Gehirn merkt den Unterschied nicht

Warum das funktioniert, macht Susanne am Kino fest. Wenn du einen Film schaust, fieberst du mit, manchmal kommen dir sogar die Tränen, obwohl nichts davon wirklich passiert. Dein Gehirn unterscheidet kaum, ob du etwas erlebst oder es dir nur intensiv vorstellst. Wenn du innerlich in dem Leben unterwegs bist, das du gern hättest, wählst du damit ein anderes Feld. Weil du nicht gleichzeitig glücklich und unglücklich sein kannst, entscheidet vieles daran, womit du dich den ganzen Tag beschäftigst.

Wenn du feststeckst, dreh an der Frequenz

Für die schlechten Tage hat Susanne handfeste Mittel, und die haben alle mit Frequenz zu tun. Sing ruhig mal los. Mach Musik an, die dir gefällt, und häng die Wäsche dazu auf. Beweg dich, geh spazieren, tanz durch die Küche, mach fünfzig hohe Strecksprünge, wenn dir gerade gar nichts gelingt. Sobald der Körper in Bewegung kommt, verändert sich deine Hormonlage, und die Stimmung zieht mit. Selbst schaukeln wie als Kind bringt dich schnell woanders hin. Susanne sagt, deine Gedanken kannst du nicht immer direkt umstellen, über den Körper aber kommst du fast sicher an sie heran.

Du kannst mitmachen. Du musst aber nicht mitmachen. Das hat dir nur noch keiner gesagt.

Du entscheidest, was auf dich wirkt

Wir sind von klein auf ein Bewertungssystem, sagt Susanne. Kaum auf der Welt, werden wir gemessen, gewogen und in Kategorien gesteckt, und das zieht sich durch. Ihr Punkt ist, dass du da aussteigen darfst. Du wählst, wer und was auf dich wirkt. Post kommt, Menschen reden, Nachrichten laufen, das darf alles da sein. Ob es dich mitnimmt, entscheidest du. Sie spielt sogar mit dem Wort, Nachrichten sind das, wonach wir uns richten. Ein erster Schritt ist deshalb banal und wirksam zugleich. Stell die Nachrichten ab, nutz die Mediathek bewusst und schau einen Film, den du wirklich sehen willst.

Es ist nur ein Brief

Das schönste Beispiel ist der Brief, der freitags um sechs kommt, die Mahnung, der Blitzer, das, was vielen das Wochenende kostet. Susanne nimmt die Ladung raus. Bewerten heißt für sie, dass du eine Aufladung draufsetzt, in Widerstand gehst, dich ärgerst, und genau damit gibst du der Sache Macht über dich. Ihr Bild dazu ist der Supermarkt. Neben dem Naturjoghurt steht der mit den hundert Gramm Zucker. Du greifst zum Naturjoghurt, weil er dir guttut. Mit dem Brief ist es dasselbe. Du machst ihn auf, liest, was drinsteht, und wenn du reagieren musst, reagierst du, gibst ihn an Anwalt oder Versicherung. Was du weglässt, ist die Aufregung. Der Brief ist erst einmal nur ein Brief.

Zum Ausprobieren

Nimm dir einen einzigen Tag und achte auf deine wiederkehrenden Gedanken. Schreib die drei auf, die am häufigsten kommen, meistens sind es Sorgen. Dreh jeden davon in eine Frage um, wie hätte ich es stattdessen gern?

Kommt dir an diesem Tag etwas Ärgerliches ins Haus, ein Brief, eine Nachricht, üb einmal bewusst, die Ladung rauszunehmen und trotzdem zu tun, was zu tun ist.

Dein Umfeld isst mit

Zum Schluss kommt der Punkt, der am meisten hängen bleibt. Dein Umfeld hat riesigen Einfluss, größer, als den meisten lieb ist. Susanne meint das doppelt. Auf der einen Seite die Frequenz um dich herum, die Räume, das Essen, die Stimmung, der Körper nimmt das auf, oft merkst du es nur als Unruhe oder als fehlende Energie. Auf der anderen Seite die Menschen, die Familie, der Freundeskreis, die Gruppe, in der du dich bewegst. Wenn du anfängst, dich zu verändern, stößt das an, denn niemand möchte, dass du dich veränderst, es war doch alles so schön kuschelig. Dann gibt es Ecken und Kanten, und manchmal musst du dich wegbewegen. Dafür, sagt Susanne trocken, haben wir schließlich Beine bekommen.

Franks drei Learnings

Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt

  1. Frag dich ehrlich, wie du es gern hättest, statt nur zu wissen, was du nicht willst.
  2. Nimm dem Ärger die Ladung, dann ist es oft wirklich nur ein Brief.
  3. Wenn du feststeckst, beweg dich oder mach Musik an, über den Körper kommst du an die Gedanken.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich diesen ersten Teil auf einen Satz bringe, dann diesen. Du steuerst deine Realität sowieso, also tu es lieber bewusst. Fang mit der einen Frage an, wie hättest du es gern, und nimm dem, was dich ärgert, die Ladung.

Das war Teil 1 von vier. In den nächsten Folgen gehen Susanne und ich tiefer, unter anderem in die Frage, warum du immer wieder im gleichen Muster landest. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Susanne Wilberg findest du weiter unten.