Realitätssteuerung, warum du immer wieder im gleichen Muster landest | mit Susanne Wilberg
Manche Menschen wandern aus, ziehen ans andere Ende der Welt, und stehen ein Jahr später vor demselben Ärger wie vorher. Susanne kennt den Grund dafür. Es zeigt sich immer nur das, was in dir wirksam ist. In diesem zweiten Teil geht es um toxische Umfelder, um die Frage „wie hätte ich's gerne" und um eine Selbstverantwortung, die erst unbequem klingt und am Ende freier macht.
Wenn dein Umfeld dir nicht guttut
Susanne startet ganz nüchtern. Wenn dir dein Umfeld nicht guttut, ist der erste Schritt, das ehrlich anzuerkennen. Es tut mir nicht gut. Mehr braucht es zunächst nicht. Aus diesem einen Satz kommt die Erlaubnis, etwas zu ändern und das Umfeld zu verlassen.
Kompliziert ist das selten, es fühlt sich nur oft so an. Der Zweifel meldet sich, die Angst, die vielen Stimmen, die wie ein kleiner Teufel auf der Schulter sitzen und dir erklären, warum gerade jetzt nichts geht. Genau da darfst du ehrlich mit dir sein und dich fragen, wie du es eigentlich gern hättest. Dann kommen die konkreten Schritte fast von selbst. Du schaust dich nach einer anderen Wohnung um, nach einem anderen Ort, nach dem, was du wirklich willst. Dem, was gerade ist, gibst du dabei möglichst wenig Aufmerksamkeit.
Warum du immer wieder im gleichen Muster landest
Bleibt die Frage, warum so viele denselben Fehler wiederholen. Der gleiche Typ Partner, der gleiche Konflikt, das gleiche Gefühl, nur mit anderer Kulisse. Für Susanne liegt das an dem, was in uns längst wirksam ist. Alte Glaubenssätze, Mangeldenken, Prägungen, an die wir irgendwann einen Haken gemacht haben.
Deshalb reicht ein Ortswechsel nicht. Manche wandern aus und erleben trotzdem dasselbe, weil sie sich selbst mitnehmen. Zeigen kann sich immer nur, was in dir steckt. Veränderst du das Innere, zeigt sich außen etwas Neues, und das oft schneller, als man denkt.
Die Frage, die das Feld wechselt
Das Werkzeug dafür ist schlicht. Wie hätte ich's gerne. Susanne sagt, damit wählst du ein anderes Energiefeld, statt dich in Selbstzweifel und Bewertung kleinzumachen. Erst entsteht meist etwas Leichtigkeit, ein ruhiger, friedvoller Moment. Von dort aus beschäftigst du dich damit, wie es sich anfühlen soll, und nimmst deinen Körper mit hinein.
Danach folgt die Handlung. Du bleibst nicht bei der Vorstellung stehen, du suchst die andere Wohnung, du tust den ersten Schritt. Das Bild zuerst, die Bewegung gleich danach.
Veränderung, warum sie so weh tut
Warum fällt uns dieser Schritt so schwer? Wir sind Gewohnheitsmenschen. Du kannst einen wunderbaren Abend haben, und in dem Moment, in dem der Satz „verlass doch deinen Partner" fällt, gehen die Emotionen hoch. Dahinter stehen alte Konstrukte und ein Kopfkino voller Negativszenarien, das sofort losläuft.
Der Körper spielt anfangs auch nicht mit. Susanne vergleicht es mit der Ernährung. Niemand ruft „hurra, ich trinke keinen Kaffee mehr". Der Weg selbst ist eigentlich kurz. Willst du etwas anderes, musst du etwas anderes tun. Wir machen ihn uns nur schwer.
Der Moment, in dem es Klick macht
Wie so ein Wechsel wirklich läuft, erzählt Susanne an sich selbst. Jahrelang trank sie ein bestimmtes Zuckergetränk, fast wie eine kleine Abhängigkeit. Sie traf die Entscheidung, damit aufzuhören, fuhr drei, vier Mal wieder zurück, fing nach zwei, drei Wochen erneut an. Irgendwann kam ein Punkt, an dem es Klick machte. Seitdem, rund neun Jahre her, hat sie das Getränk nicht mehr angefasst, und zwar völlig mühelos.
Sie weiß heute selbst nicht mehr genau, wie sie es gemacht hat, vermutlich über ein Gefühl von Ekel und über Wissen. Was macht der Zucker mit meinem Körper, was der Alkohol. Sobald du das verstehst, wird die Sache leicht. Heute liebt Susanne die Bitterstoffe, die Bitterschokolade, den Tee ohne alles. Ihr Körper hat sich neu eingestellt und meldet ihr inzwischen ziemlich genau, was ihm guttut.
Nimm dir eine Gewohnheit vor, die du gern loswürdest. Schreib in einem klaren Satz auf, wie du es stattdessen gern hättest. Dahinter kommt das Wissen: Was macht das Alte eigentlich mit dir, körperlich wie im Kopf?
Dann beobachte dich ohne Druck. Bei Susanne kam der Klick erst nach mehreren Anläufen von selbst. Dein Job ist, dranzubleiben und ehrlich hinzuschauen, bis der Moment da ist.
Entscheidung oder Wahl
Ich habe Susanne nach dem Unterschied zwischen Entscheidung und Wahl gefragt, weil beides oft dasselbe zu meinen scheint. Ihr Punkt: Sobald du eine echte Wahl getroffen hast, zieht der Körper mit. Es gibt diese Fälle, in denen jemand von jetzt auf gleich keine Zigarette mehr anfasst. Genau dann war es eine Wahl und kein halbes Ja.
Ein Satz ist ihr dabei wichtig. Mach es für dich. Für niemanden sonst. Tust du es, weil es angeblich gesünder ist oder weil ein anderer es erwartet, funktioniert es nicht. Hast du dagegen für dich gewählt, kommen die Dinge, die nicht dazu passen, gar nicht mehr infrage. Das ist deine Ziellinie, und sie macht vieles leichter.
Der Körper weiß, was er braucht
Ein kurzer Abstecher, der Susanne wichtig ist. Wenn dein System einigermaßen sauber ist, meldet sich dein Körper ziemlich verlässlich. Er zeigt dir, was ihm guttut, sie nennt es Intuition. Susanne hat eine Zeit lang nach Appetit gegessen und hinterher nachgelesen, was die Lebensmittel bewirken. Es passte erstaunlich oft.
Die Basis dafür ist unaufgeregt und kostet fast nichts. Gutes Wasser, Bewegung, Zeit in der Natur, die Morgensonne, ab und zu barfuß laufen. Kein großes Programm, eher die einfachen Dinge, die im Alltag gern untergehen.
Selbstverantwortung, die unbequeme Freiheit
Zum Schluss wird es grundsätzlich. Für Susanne liegt die Verantwortung immer bei dir, für alles, zu hundert Prozent. Das meint nicht das Grübeln über die Vergangenheit. Der Gedanke ist einfacher. Gefällt dir etwas nicht, liegt die Änderung allein in deiner Macht.
Sie zeichnet das Bild vom Spielbrett. Solange es Spieler gibt, wird gespielt. Ein bisschen musst du mitmachen, Geld verdienen gehört dazu, ein paar Regeln auch. Wie tief du dich hineinziehen lässt, in die Nachrichten, in fremde Dramen, in alles, was mit dir nichts zu tun hat, das bleibt deine Wahl. Je bewusster du das siehst, desto mehr Macht holst du dir zurück.
Auch Zufälle ordnet sie so ein. Ein Zufall ist etwas, das dir zufällt, ohne dass du den Weg dahin nachvollziehen kannst. Was dir geschieht, geschieht nach deinem Glauben. Gefällt es dir, freust du dich. Gefällt es dir nicht, darfst du es verändern.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Sag dir zuerst ehrlich, was dir nicht guttut. Danach hast du die Erlaubnis, es zu ändern.
- Triff eine echte Wahl, und triff sie für dich. Dann zieht der Körper mit.
- Übernimm die Verantwortung ganz, dann bist du kein Spielball mehr.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich diese Folge zusammenfasse, bleiben zwei Anker. Der erste: Ein Umfeld, das dir schadet, darfst du verlassen, sobald du dir den ehrlichen Satz erlaubst, dass es dir nicht guttut. Der zweite: Selbstverantwortung ist anstrengend und macht am Ende frei, weil sie dich aus der Rolle des Spielballs holt.
Das war Teil 2 von vier. In Teil 3 sprechen wir ausführlich über Zielenergie, dazu kommen später die Ausrichtung, der Unterschied zwischen Frequenz und Schwingung und die Rolle der Sprache. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Susanne Wilberg findest du weiter unten.