PODCAST-FOLGE

Realitätssteuerung, warum du beobachtest, statt zu bewerten | mit Susanne Wilberg

Folge 65 · Teil 4 von 4 mit Susanne Wilberg
Die Reihe mit Susanne Wilberg
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Susanne und ich schließen unsere Reihe ab. Nachdem es in den ersten Teilen ums richtige Bestellen und um die Zielenergie ging, wird es im Finale ruhiger und fast gelassen. Es geht ums Beobachten statt Bewerten, darum, dem Alltag die Aufregung zu nehmen, und um die vielleicht wichtigste Frage der ganzen Reihe. Wie hättest du es eigentlich gern?

Beobachten statt bewerten

Susannes wichtigstes Werkzeug in diesem Teil klingt schlicht. Sie lässt sich zu keiner Bewertung drängen. Eine Meinung darf man haben, doch sie geht nicht in jedes Drama hinein und nicht in die Rechthaberei über Wetter, Politik oder den Streit in der Familie. Das alles ist verführerisch, man kommt schnell in Wallung. Ihr Rat ist, einfach zu beobachten, was gerade passiert, und still zu bleiben. In fünf Minuten weiß ohnehin keiner mehr, wer recht hatte. Dieses Loslassen, sagt sie, ist überraschend befreiend und spart eine Menge Energie.

Genieße die Show

Es geht um nichts, sagt Susanne, und meint das ganz wörtlich. Wer sich zurücklehnt und zuschaut, bleibt entspannter und kommt eher an das, was er will. Mitten im Gespräch wird es konkret. Ich höre bei mir eine laute Baustelle um die Ecke und frage sie, ob sie das hört. Sie hört nichts. Genau das ist ihr Punkt. Du kannst eine andere Frequenz einschalten, sagt sie, und den Lärm einfach nicht mehr zu deinem Thema machen. Das gelingt mal besser und mal schlechter, doch es ist zu lernen.

Erfolg lässt sich nicht erzwingen

Kann man Erfolg erzwingen? Susanne winkt ab. Erzwingen nicht, einladen schon. Beschäftige dich damit, wie Erfolg für dich aussieht, komm in die Handlung und lass dich vom Außen nicht ablenken, weder vom Wetter noch vom Baulärm nebenan. Der Kern bleibt derselbe wie in der ganzen Reihe. Nimm die Aufregung raus und richte dich auf das aus, was du wirklich willst.

Rechthaberei kostet, Loslassen befreit

Wie viel unser Umgang miteinander ausmacht, zeigt Susanne am Familienalltag. Jeder darf eine andere Meinung haben, solange man den anderen einfach machen lässt. Kommt Ladung ins Spiel, wird aus einer Meinungsverschiedenheit schnell Rechthaberei, und die hilft niemandem. Ihre Gegenfrage ist immer dieselbe. Wie möchte ich es gern? Meist lautet die Antwort, eine schöne Zeit haben. Also nimmt sie die Ladung raus und lässt die Sache vorbeiziehen.

Wie das geht, geht uns nichts an. Nur, wie wir es gerne hätten.

Wie Susanne zu diesem Thema kam

Ich wollte wissen, was sie überhaupt zu diesem Weg gebracht hat. Es waren Erlebnisse, die sie sich nicht erklären konnte. Als Jugendliche stand ein Globus in ihrem Zimmer, und sie schaute monatelang nur auf ein Land, Alaska. Jahre später tippt ihr bei der Arbeit am Waldrand jemand auf die Schulter und fragt, ob sie mit nach Alaska kommen will. Es hätte jedes Land sein können, sagt sie, es war Alaska. Ähnlich war es mit den Pferden, die sie sich als Mädchen gewünscht hatte. Später kamen sie einfach zu ihr, und auf die Frage, was das Pferd koste, konnte sie antworten, gar nichts, es ist meins.

Ihr Beispiel mit dem Finanzamt

Ein Beispiel geht tiefer, und Susanne erzählt es als ihre eigene Erfahrung. Über Jahre zog sich ein Streit mit dem Finanzamt hin, samt Gerichtsurteil und einer größeren Summe. Statt zu kämpfen, hat sie sich ein halbes Jahr lang vorgestellt, die Sache sei erledigt, ruhig und ohne sie größer zu machen als einen Schnupfen. Am Ende kam ein Brief, der genau das bestätigte, und ihr Schwiegersohn musste ihr erst zeigen, dass es tatsächlich so dastand. Wichtig dabei, das ist ihre Sicht und ihre Geschichte, kein Rezept gegen Steuerbescheide. Das Wie überlässt sie dem Leben, sie kümmert sich nur darum, wie sie es gern hätte.

Wähle dich, jeden Tag neu

Zum Schluss wird Susanne deutlich. Wähle dein Leben, wähle dich, denn es ist deins. Halbe Sachen zählen dabei nicht, halb schwanger gibt es nicht. Du wählst es und tust es, und zwar jeden Tag aufs Neue. Machst du mal einen Schlenker, ist das kein Drama, bewerte dich nicht dafür. Das Ganze läuft in dir ab, du kannst es neben Haushalt und Kindern tun. Ihr klarster Satz dazu, du musst jemand anderes werden, wenn du etwas anderes haben möchtest. Also schau dir die Menschen an, die schon haben, was du dir wünschst, und frag dich, ob du bereit bist, es genauso zu machen.

Zum Ausprobieren

Verlass einmal bewusst eine Gewohnheit. Geh die andere Straße, nimm einen neuen Weg, mach etwas anders als sonst. So merkst du erst, wie viel bei dir aus reiner Gewohnheit läuft.

Bei jeder Ablenkung, dem Handy oder dem Fußballergebnis, stell dir eine Frage: Bringt mir das gerade etwas? Wenn nicht, lass es ziehen.

Franks drei Learnings

Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt

  1. Lass dich nicht zu jeder Bewertung drängen, beobachte und genieße die Show.
  2. Nimm dem Ärger die Ladung und frag dich, wie du es gern hättest.
  3. Wähle jeden Tag neu, halbe Sachen zählen nicht.

Was du mitnehmen kannst

Wenn ich diese ganze Reihe auf einen Satz bringe, dann diesen. Hör auf zu bewerten, was ohnehin an dir vorbeizieht, und beschäftige dich damit, wie du es wirklich gern hättest.

Das war Teil 4 von vier und das Finale der Reihe mit Susanne Wilberg. Wenn du magst, schau dir die vier Teile am Stück an, sie hängen alle zusammen. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Susanne Wilberg findest du weiter unten.