Warum sechsstellig für sie weniger zählt als eine stille Nacht im Tempel | mit Kathrin Burkhardt
Vor zwei Tagen saß Kathrin Burkhardt abends im Dunkeln in einem Tempel auf Bali, nur mit zwei weiteren Menschen. Was sie dort erlebt hat, bewertet sie heute erfüllender als den Tag, an dem ihre Firma zum ersten Mal sechsstellig wurde.
Kathrin Burkhardt ist Mentorin für intuitive Selbst- und Businessführung. Seit 2016 begleitet sie Menschen an persönlichen und unternehmerischen Wendepunkten, inzwischen von Bali aus, wohin sie ausgewandert ist. Sie kommt selbst aus dem Marketing und weiß deshalb genau, wie sehr wir uns von außen lenken lassen. Im zweiten Teil unseres Gesprächs im Podcast Erfolgsklartext geht es darum, wie du in einer lauten Welt deiner eigenen Wahrheit folgst.
Die eigene Wahrheit im KI-Zeitalter
Kathrin stellt eine Frage, die mit jedem Monat größer wird. Wenn künstliche Intelligenz bald jeden Text, jedes Bild und jede Stimme erzeugen kann, woran erkennst du dann noch, was echt ist? Für sie liegt die Antwort in einer Fähigkeit, die wir längst in uns haben und über die Jahre verlernt haben, der intuitiven Wahrnehmung dafür, was sich stimmig anfühlt.
Diese intuitive Intelligenz, wie Kathrin sie nennt, ist die tiefe Fähigkeit, innerlich zu spüren, was wahr ist und was nicht, noch bevor der Kopf es begründet. In einer Zeit, in der Informationen im Sekundentakt auf uns einprasseln, sieht sie genau dieses Gespür als den Erfolgsfaktor der nächsten Jahre. Wer es wieder ausschärft, unterscheidet leichter zwischen der eigenen Stimme und den Stimmen der anderen.
Eine Stunde ohne Handy
Wie konkret das im Alltag wird, zeigt eine kleine Szene. Kathrin wollte bei einem Franzosen um die Ecke essen, der Galette und Crêpes macht, und sich eine Stunde Zeit nehmen, ganz ohne Handy. Es fiel ihr schwerer als gedacht. Während sie wartete, beobachtete sie die Nachbartische, an denen fast alle während und nach dem Essen aufs Display sahen. Sobald einer kurz aufstand, zog der andere sofort sein Telefon.
Sie zeigt dabei nicht mit dem Finger auf andere. Mit Freunden legt sie das Handy inzwischen bewusst weg, für wirklich Wichtiges gibt es einen eigenen Klingelton, der Rest darf warten. Kleine Entscheidungen wie diese, sagt sie, bestimmen im Alltag über Nähe und Aufmerksamkeit.
Der Eisbär in der Wüste
Ein Bild aus dem Gespräch bleibt besonders hängen. Ein Eisbär, der in der Wüste steht, kommt trotz aller Anstrengung nicht weiter. So beschreibt Kathrin Menschen, die scheitern, obwohl sie eigentlich alles richtig machen. Manchmal passt einfach der Ort nicht, an dem jemand gerade steht, im Job, im Unternehmen oder im Privaten.
Sie erlebt in ihrer Arbeit oft, dass ein kleines Stellschräubchen genügt und sich plötzlich vieles öffnet, was vorher blockiert war. Der erste Schritt ist, den eigenen Standort ehrlich anzuschauen und die Schuld nicht sofort bei sich zu suchen.
Erst die eigene Sauerstoffmaske
Für Kathrin fängt jede gesunde Beziehung bei der zu sich selbst an. Sie nutzt das Bild aus dem Flugzeug. Erst setzt du dir selbst die Sauerstoffmaske auf, dann hilfst du anderen. Im Flugzeug ist das selbstverständlich, im Alltag drehen viele es um und sind für alle da, nur nicht für sich.
Wer sich selbst übergeht, sagt sie, kann vielleicht noch ein, zwei Menschen helfen, dann ist die Kraft aufgebraucht. Selbstfürsorge ist für sie deshalb die Grundlage dafür, überhaupt etwas geben zu können.
Als der Kunde wegbrach
Dass Kathrin nicht aus einer bequemen Lage heraus spricht, zeigt ihre eigene Geschichte. Kurz vor der Auswanderung nach Bali ließ sie ihre Firma los, und dann brach ihr auch noch ein Kunde weg, mit dem plötzlich Einnahmen fehlten, die den Schritt leichter gemacht hätten. Sie ging trotzdem.
Für sie hängt so eine Entscheidung an einer einzigen Frage. Wie sehr vertraust du dir selbst, eine Situation zu lösen, wenn sie schwierig wird? Ihr Vertrauen war größer als die Angst vor den fehlenden Einnahmen. Sie erzählt das ohne großes Drama, eher mit einer stillen Gewissheit, am richtigen Ort zu sein.
Die Frage, was dich nährt
Damit sind wir zurück beim Tempel auf Bali. Kathrin sagt, dass ihr ein solcher Abend heute mehr bedeutet als die erste sechsstellige Marke ihres Unternehmens. Die Zahl war schön, doch sie ist nicht das, woran sie sich erinnert.
Sie fragt sich nicht, was am meisten bringt. Sie fragt sich, ob das, was gerade ansteht, sie wirklich nährt und ob sie dadurch mehr sie selbst wird. Das klingt weich, verändert aber, wie du Ziele auswählst. Auch der Körper redet dabei mit. Kathrin erzählt, dass bei ihr vor jeder großen Veränderung gesundheitliche Signale auftauchten, ihr Körper meldete sich, lange bevor der Kopf verstand, dass etwas nicht mehr passt.
Nimm dir eine Mahlzeit oder eine Stunde ganz ohne Handy, so wie Kathrin es beim Franzosen um die Ecke probiert hat. Achte darauf, wie oft die Hand von allein zum Telefon will.
Bevor du deine nächste Entscheidung triffst, stell dir eine einzige Frage: Nährt mich das wirklich? Die Antwort zeigt dir oft schneller den Weg als jede Pro-und-Contra-Liste.
Frequency. Identity. Management.
Diese Fäden bündelt Kathrin in ihrem Ansatz Frequency. Identity. Management. Gemeint ist damit, die eigene innere Führung und die intuitive Intelligenz bewusst wahrzunehmen, sie von äußerer Fremdbestimmung zu unterscheiden und im Alltag wie im Business greifbar umzusetzen. In Mentorings, Workshops und Retreats arbeitet sie mit Menschen, die ihre Visionen verwirklichen wollen, und mit Unternehmern, Coaches und Beratern, die andere führen.
Was das mit dir zu tun hat
Kathrins Geschichte lässt sich leicht auf die eigene übertragen. Vielleicht stehst du gerade an einem Ort, der von außen richtig aussieht und sich innen falsch anfühlt. Vielleicht triffst du Entscheidungen nach ihrer Größe und übersiehst dabei, ob sie dir wirklich etwas geben.
Genau hier setzt auch die Arbeit von Erfolgsklartext an. Es geht darum, die eigene Geschichte sichtbar zu machen und den Weg zu gehen, der wirklich zu dir passt. Wenn du magst, nimm aus dieser Folge eine einzige Frage mit und stell sie dir in der nächsten Entscheidung. Nährt mich das wirklich?
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Deine intuitive Wahrnehmung dafür, was echt ist, wird im KI-Zeitalter wichtiger.
- Erst die eigene Sauerstoffmaske, dann die anderen. Selbstfürsorge ist die Grundlage, um überhaupt etwas geben zu können.
- Frag bei einer Entscheidung zuerst, ob dich etwas wirklich nährt, bevor du fragst, was es bringt.
Was du mitnehmen kannst
Das war Teil 2 von zwei mit Kathrin Burkhardt und damit der Abschluss unseres Gesprächs. Den ersten Teil, wie sie mit zwei Koffern von Leipzig nach Bali ausgewandert ist, findest du oben in der Reihe verlinkt. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Kathrin Burkhardt findest du weiter unten.
Kathrin Burkhardt
Mentorin für intuitive Selbst- und Businessführung. Sie verbindet feinstoffliche Wahrnehmung mit wirtschaftlichem Wissen und begleitet seit 2016 Menschen an persönlichen und unternehmerischen Wendepunkten, in Mentorings, Workshops und Retreats.
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