Erfolg heißt, selbst über deine Zeit zu bestimmen
Es gibt eine Kurve auf dem Weg von Österreich nach Opatija, an der man zum ersten Mal das Meer sieht. Daniela Erber kam dort nach fast zwei Jahren wieder vorbei, und in diesem Augenblick öffnete sich bei ihr ein ganzes Tor an Gefühlen, von einem Oh mein Gott, was habe ich verpasst bis hin zu tiefer Dankbarkeit. Genau dieser Moment hat eine Kette von Entscheidungen ausgelöst, die ihr Leben umgebaut haben.
Daniela Erber war zu Gast im Erfolgsklartext. Sie hat sich auf LinkedIn ein eigenes Business aufgebaut, einen großen Teil davon aus einem Van heraus, mit dem sie jahrelang durch Europa gereist ist. Im Gespräch geht es um ihren Weg vom Kreuzfahrtschiff über das Van-Leben bis zur Entscheidung, genau dieses Leben wieder loszulassen. Mir ist aufgefallen, wie klar sie ihren eigenen Weg beschreibt, ohne ihn für jemanden schönzureden.
Erfolg heißt Selbstbestimmung
Als ich sie frage, was Erfolg für sie bedeutet, kommt die Antwort ohne Zögern. Selbstbestimmung, vor allem über ihre eigene Zeit. Für Daniela misst sich Erfolg daran, ob sie selbst über ihren Tag entscheidet. Eine Zahl auf dem Konto steht bei ihr nicht an erster Stelle.
Dieses Thema zieht sich durch ihr ganzes Leben. Jede größere Entscheidung hat sie daran gemessen, ob sie damit freier wird und mehr selbst bestimmt, wie ihre Tage aussehen.
Vom Kreuzfahrtschiff in den Van
Fünf Jahre lang hat Daniela auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet, bis 2019. Reisen war immer ein großer Teil von ihr, und auch das Leben auf wenig Raum kannte sie von dort. In ihrer Kabine am Schiff hatte sie oft weniger Platz als später im Van.
2019 hörte sie auf. Die Krebserkrankung ihrer Mutter war zurückgekommen, und sie wollte in der Heimat bei ihr sein. Kurz darauf kam die Pandemie. Nachdem ihre Mutter 2022 verstorben war, gab es für sie keinen Grund mehr, in Österreich zu bleiben. Sie kaufte sich einen Van, gab ihre Wohnung auf und fuhr mit Hund nach Spanien.
Die ganze Welt ist mein Space
Viele sehen im Van vor allem die Enge, die wenigen Quadratmeter. Daniela sieht es umgekehrt. Die ganze Welt ist mein Space, sagt sie, ich mache die Tür auf und die Welt steht mir offen.
An der spanischen Küste, auf einem Abschnitt zwischen Cartagena und Águilas, hat sie drei Winter verbracht. Erste Reihe am Meer, mit den Füßen im Wasser, ohne dafür Unsummen zu zahlen. Ihre zwei Hunde waren dabei ihr Sicherheitssystem, ihre Alarmanlage, durch die sie sich als alleinreisende Frau überall sicher fühlte.
Wie aus Social Media LinkedIn wurde
Der Weg zur LinkedIn-Expertin begann klein. In einer Eventagentur mit kleinem Kernteam war sie als Jüngste für Social Media zuständig, vieles davon Learning by Doing. Später machte sie sich mit einer Social-Media-Agentur selbstständig und bot zunächst vor allem Instagram und Facebook an.
Dann kam LinkedIn, und sie verliebte sich in die Plattform, weil sie textbasiert ist. Daniela beschreibt sich selbst als jemanden, der sich grafisch wenig auslebt. Das Schreiben lag ihr, und irgendwann bot sie nur noch LinkedIn an.
Content ist wie ein Magnet
Einen Satz sagt sie, der bei mir geblieben ist. Content, oder wie wir uns nach außen zeigen, ist wie ein Magnet. Er zieht die Menschen an, die das cool finden, und stößt die ab, die sich damit nicht identifizieren.
Deshalb hat sie ihre Hunde in Videocalls nie versteckt. Wenn an griechischen Stränden ein fliegender Händler ans Fenster klopfte und ihr Gemüse verkaufen wollte, mitten in einem Workshop mit einer österreichischen Versicherung, dann gehörte das eben dazu. Genau das, sagt sie, bekommst du auch, wenn du mit ihr arbeitest.
Wenn du aus einem Leben rauswächst
Der ehrlichste Teil des Gesprächs kommt zum Schluss. Nach dreieinhalb Jahren Vollzeit im Van begann Daniela, das Van-Leben nicht mehr zu mögen, und irgendwann sogar ihren Van selbst. Für sie war das ein schreckliches Gefühl, weil dieses Fahrzeug so lange ihr Zuhause, ihr Rückzugsort und ihre Sicherheit war.
Dazu kam eine Frage, die wehtut. Ihre ganze Personal Brand war die LinkedIn-Expertin im Van. Also stand plötzlich im Raum: Wer bin ich eigentlich ohne den Van? Über ein halbes Jahr hat sie diesen Prozess durchlebt, hat Airbnbs ausprobiert und drei Monate lang ihren Van nicht einmal anschauen können. Vor einem Monat war es dann ganz klar. Das ist es nicht mehr.
Einfach weitermachen
Wie sie mit schwierigen Momenten umgeht, fasst sie in zwei Worten zusammen. Einfach weitermachen. Zweimal stand sie mit einer Panne stundenlang an der Autobahn und wartete darauf, abgeschleppt zu werden. Sie nennt es das schlimmste Gefühl, wenn dein Zuhause vor dir weggefahren wird, während du mit zwei Hunden daneben stehst und dein ganzes Leben in diesem Fahrzeug ist.
Aus dem Van-Leben hat sie vor allem eins ins Berufliche mitgenommen, wie wichtig Struktur, Routinen und Disziplin sind. Ihren Ausgleich findet sie seit über einem halben Jahr im Sport, sie macht HYROX, dazu die Zeit in der Natur und mit ihren Hunden.
Der nächste logische Schritt
Jetzt zieht Daniela nach Split in Kroatien. Sie sucht eine Base, einen Ort, zu dem sie zurückkehren kann und von dem aus sie wieder losfährt. Österreich wird es nicht, weil dort das Meer fehlt, und am Meer will sie leben.
Ihre neue Wohnung hat knapp fünfundsiebzig Quadratmeter, nach dem Van eine Verzehnfachung. Wichtig war ihr ein Gästezimmer, damit Freunde und Familie sie besuchen können. Ob der Ort wirklich passt, entscheidet sie vor Ort, weil sie Dinge spüren muss. Auf dem Papier kann etwas gut aussehen, im echten Leben fühlt es sich manchmal anders an.
Was du mitnehmen kannst
Am Ende gebe ich ihr die Frage mit, was sie den Zuhörern sagen möchte. Ihre Antwort, dass man alles kann, wenn man wirklich möchte. Wir lassen uns oft von außen begrenzen, dabei steckt mehr in uns, als wir glauben. Wenn sie es geschafft hat, sagt sie, dann schaffst du es auch.
Was bei mir bleibt, ist ihr Bauchgefühl. Erst die klare Entscheidung für das Van-Leben, dann die genauso klare Entscheidung, es wieder zu beenden. Beides hat sie gespürt, beides hat sie durchgezogen. Wenn du selbst gerade an so einem Punkt stehst, lohnt sich die ehrliche Frage, was dein nächster Schritt ist. Hast du eine Geschichte, die gehört werden sollte, dann meld dich gern bei Frank.
Daniela Erber
Daniela Erber gilt als die Nummer eins für Personal Branding und LinkedIn in Österreich. Aufgebaut hat sie das aus dem Van heraus: mit ihren zwei Hunden ist sie durch Europa gereist und hat sich von unterwegs ein sechsstelliges Business auf LinkedIn geschaffen. Heute arbeitet sie mit über 105 Selbstständigen, Coaches und Beratern aus dem DACH-Raum, die LinkedIn als Kundenkanal nutzen wollen, ohne sich dabei zu verstellen. Ihre Botschaft lautet: be bold, be you.
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