Jeden Tag bei dir selbst einchecken, statt auszubrennen | mit Denise Schäricke
Denise Schäricke ist Coach und arbeitet mit Genschlüsseln und Human Design. In diesem Gespräch geht es um einen ungewöhnlichen Roman, den sie nur für sich schreibt, um das rechtzeitige Weiterziehen und darum, wie unterschiedlich Menschen gute Entscheidungen treffen. Ihre Sicht auf diese Themen ist ihr persönlicher Weg, keine allgemeingültige Methode.
Erfolg heißt, sich morgens zu freuen und abends zufrieden zu sein
Denise macht es einfach. Erfolg ist für sie, wenn sie sich morgens auf ihren Tag freut und abends zufrieden ins Bett geht. Das ist ihr Maßstab, und daran misst sie jeden einzelnen Tag. Ein bodenständiger Satz, der sich durch das ganze Gespräch zieht.
Der Roman, den sie nur für sich schreibt
Denise schreibt an einem Roman, den sie nie veröffentlichen wird. Die Geschichte ist autobiografisch, die Hauptfigur heißt anders, und sie schreibt Dinge auf, bevor sie geschehen. Angefangen hat es mit einer Frage ihres Coaches. Sie hatte von ihrem Traum erzählt, mit Ende sechzig auf einer Terrasse am Ozean zu sitzen und Romane zu schreiben. Er fragte nur: Warum wartest du bis dahin, warum nicht jetzt? Aus ihren Zukunftsbildern wurde eine Geschichte mit Emotionen, und die bekam schnell einen Sog. Was sie danach erlebt hat, beschreibt sie als erstaunlich. Wie sie das deutet, überlässt sie jedem selbst.
Hör auf, bevor du es hasst
Denise beschreibt sich als Mensch mit Hummeln im Hintern, jemand, der mehrere rote Fäden gleichzeitig hat. Sie zieht ihre Themen konsequent durch, und wenn nichts mehr für sie zu holen ist, zieht sie weiter. Ihr Rat dazu ist klar. Hör auf, bevor du es hasst. Denn ein Weg kippt selten über Nacht. Erst fehlt die alte Begeisterung, dann kommen die ersten Zweifel. Genau da lohnt es sich, hinzuschauen, lange bevor man ganz unten aufschlägt.
Wenn ein Thema ausgedient hat
Woran merkt Denise, dass ein Thema zu Ende geht? Ihr fehlt die Freude, die sie einmal hatte. Die Termine werden weiter gebucht, sie freut sich auf die Menschen, aber nicht mehr auf den Inhalt. Dann geht sie mit sich in die innere Zwiesprache und fragt, was ihr jetzt mehr Freude machen würde. Für sie ist das keine Krise, eher eine Verwandlung. Loslassen fällt manchmal schwer, weil eine Sache lange gute Dienste geleistet hat. Trotzdem macht sie dann bewusst Schluss, weil sie Neues leichter schafft, wenn das Alte Platz gemacht hat.
Entscheidungen treffen, jeder Mensch anders
Ein Satz aus dem Coaching-Alltag ärgert Denise besonders: Erfolgreiche Menschen treffen schnelle Entscheidungen. Für einen kleinen Teil der Menschen stimmt das, sagt sie, für die meisten nicht. Sie selbst trifft bessere Entscheidungen, wenn sie ein, zwei Nächte darüber schläft, weil sie sonst leicht auf die Begeisterung des anderen aufspringt und hinterher merkt, dass es gar nicht ihr Wunsch war. Andere müssen aus dem ersten Impuls heraus entscheiden, wieder andere brauchen Wochen. Ihr Punkt ist einfach: Es gibt kein Muster, das für alle passt. Wer die eigene Art zu entscheiden kennt, hat schon die halbe Miete. Genschlüssel und Human Design sind dabei ihre Werkzeuge, ihr Zugang, keine feste Wahrheit für jeden.
Sich selbst verstehen
Für Denise steckt dahinter etwas Größeres. Authentisch sein heißt für sie schlicht, verstanden zu haben, wer man ist, ohne Muster und ohne fremde Erwartungen. Wenige Menschen können ehrlich sagen, dass sie sich wirklich verstehen. Wer es tut, hat den Schlüssel zum eigenen Leben gefunden. Sie beschreibt das als befreiend, auch weil vieles, was ihr früher als Fehler vorgehalten wurde, plötzlich seinen Sinn ergab.
Jeden Tag bei dir selbst einchecken
Der Gedanke, der aus diesem Gespräch besonders bleibt, ist das tägliche Einchecken. Freu ich mich auf das, was ich heute tue? Gehe ich abends erschöpft, aber zufrieden ins Bett, oder ausgebrannt? Wenn über mehrere Tage die Antwort nur ein müdes Vielleicht ist, lohnt es sich, ehrlich nachzufragen: Woran liegt es, was hätte ich gern anders? So kommt es gar nicht erst so weit, dass man ganz unten liegt.
Frag dich heute Abend ehrlich: Habe ich mich auf den Tag gefreut, und gehe ich zufrieden ins Bett?
Bevor du eine größere Entscheidung triffst, schau, wie du selbst am besten entscheidest, aus dem Impuls, über Nacht oder erst nach Wochen.
Was ich aus dem Gespräch mitnehme
- Check jeden Tag bei dir selbst ein, freust du dich, gehst du zufrieden ins Bett?
- Hör auf, bevor du es hasst, warte nicht, bis du ganz unten bist.
- Kenn deine eigene Art zu entscheiden, es gibt kein Tempo, das für alle stimmt.
Was du mitnehmen kannst
Denises drei Tipps am Ende sind schlicht und tragen weit. Wenn es sich gut anfühlt, mach es, wenn nicht, lass es. Check täglich bei dir ein und stell das Ausbrennen ab, bevor es dich einholt. Und hol dir keinen Rat bei Menschen, die dich nicht verstehen können. Der beste Ratgeber bist du immer noch selbst.
Das war das Gespräch mit Denise Schäricke. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören.