Zielenergie, warum dein Ziel sich schon erfüllt anfühlen darf | mit Susanne Wilberg
Susanne beschreibt ihr größtes Ziel nicht in Zahlen. Sie malt ein Bild: der Kaffee in der Sonne, das Meer vor dem Fenster, die Freiheit, die man morgens riecht. In dieser Folge zeigt sie, wie sich ein Ziel schon erfüllt anfühlen darf, bevor es da ist, und wie ein einziges kleines Wort jeden Wunsch wieder abbestellt.
Was Zielenergie überhaupt ist
Susanne holt das Thema aus der Kindheit. Erinnerst du dich an den einen Wunsch, die neue Barbie, das Lego, das Ding, das plötzlich dein ganzer Körper wollte? Die Augen gehen auf, etwas wird wach, eine echte Vorfreude macht sich breit. Als Erwachsene wünschen wir uns den Ferrari oder einfach den neuen Job, und die Energie dahinter ist dieselbe. Wir spüren sie nur seltener.
Diese Energie, sagt Susanne, darfst du bewusst herstellen und pflegen. Der Grund ist einfach: Dein Gehirn unterscheidet kaum zwischen etwas, das real ist, und etwas, das du intensiv vorwegnimmst. Deshalb wirkt der Satz „ich hab's schon" stärker als jedes „ich hätte es gern irgendwann". Diesen Zustand musst du nicht den ganzen Tag festhalten, das wäre anstrengend und ist gar nicht gemeint. Es reicht, ihn immer wieder aufzurufen, weil er Spaß macht und genau das enthält, was du dir wünschst.
Wünschen mit allen Sinnen
Wie das praktisch aussieht, macht Susanne an ihrem Haus am Meer fest. Sie beschreibt es in Bildern statt in Beträgen. Der Kaffee in der Sonne, das Meer vor Augen, die Pelikane, die vorbeiziehen, die Farben, der Geruch von frischer Luft und Freiheit. Je mehr Sinne dabei sind, desto echter wird das Ganze für den Körper, bis er glaubt, es sei längst so.
Interessant fand ich ihren Hinweis zum Vision Board. So eine Collage an der Wand ist nett, sagt sie, doch sie ist nach außen abgegeben. Wirksamer sind die geistigen Bilder, die wirklich in dir leben, die du immer wieder erlebst, im Bus, in der Küche, beim Kaffee. Trink deinen Kaffee ruhig zu Hause und schau dabei aufs Meer, das du dir vorstellst. Tu so, als hättest du es schon.
Muss ein Wunsch immer emotional sein?
Eine Frage habe ich Susanne direkt gestellt, weil sich viele für wenig emotional halten. Brauchst du diese große Euphorie, oder reicht auch der ruhige Gedanke? Beides geht, sagt sie. Du sitzt im Bus, die Leute drängeln, du machst kurz die Augen zu und denkst nur, wie schön wäre jetzt ein Spaziergang am Meer. Das darf ganz nüchtern sein. Wenn du es zusätzlich mit echter Freude und Vibration füllst, wirkt es stärker, und davon, sagt Susanne, kannst du gar nicht zu viel bekommen.
Der eine Satz, ich hätte gerne. Punkt.
Für mich war das der stärkste Moment der Folge. Susanne nennt einen einzigen Satz, den die meisten falsch zu Ende sprechen. Er lautet: ich hätte gerne das und das. Dann kommt der Punkt. Die zweite Hälfte lässt du weg, das Komma aber, das weil, die ganze Erklärung, warum es gerade nicht geht.
Denn dieses kleine aber storniert den Wunsch im selben Atemzug, in dem du ihn ausgesprochen hast. Ich hätte gerne mehr Ruhe, aber der Markt. Ich würde gern mehr abgeben, aber die Kunden. Achte einen Tag lang darauf, wie oft du deine eigenen Wünsche mit einem aber wieder einkassierst. Susanne fasst sich hier bewusst kurz, weil die Übung so simpel ist: ich hätte gerne ein Eis. Fertig.
Wenn der Kopf sofort dagegenredet
Natürlich meldet sich der Kopf trotzdem. Kaum denkst du an das Eis, kommt der Gegengedanke, davon wirst du dick. Susanne hat dafür einen ruhigen Umgang gefunden. Zuerst Bewusstsein drauf, einfach bemerken, dass der Gedanke da war. Dann die Ladung rausnehmen und neu wählen: ich hätte es trotzdem gern.
Sie nennt das eine schöne Wortspielerei, die Gleichgültigkeit hat dieselbe Gültigkeit, alles wird wieder neutral. Kein Drama, kein schlechtes Gewissen, keine Selbstkritik. Wir sind Menschen, wir dürfen locker damit umgehen. Was mich überzeugt hat, ist die Leichtigkeit dahinter. Du hast gerade abbestellt, dann wählst du es eben noch einmal.
Schreib dir eine Woche lang deine Wünsche auf, jeden mit einem klaren „ich hätte gerne" und einem Punkt dahinter. Notier auf der rechten Seite die Gegengedanken, die auftauchen, das aber, das weil, das geht nicht.
Dreh sie anschließend ins Positive und frag dich, was dir die Situation eigentlich bringt. Susanne sagt, oft steckt genau darin der nächste Schritt.
Gesund werden, anders gefragt
Ein Beispiel geht unter die Haut, weil es so viele betrifft. Der Satz „ich möchte gesund werden" klingt gut, hat für Susanne aber dieselbe Energie wie die Krankheit selbst, weil er im Grunde heißt, ich möchte nicht mehr krank sein. Das Feld bleibt dasselbe.
Ihre Frage geht in die andere Richtung: Was möchtest du denn mit einem gesunden Körper machen? Ich möchte wieder wandern, schwimmen, tauchen, verreisen. Das hat eine völlig andere Schwingung, du kommst sofort in Bewegung, und der Körper, sagt sie, hat darauf natürlich Lust. Es geht ihr nicht um ein Heilversprechen, es geht um die Blickrichtung. Nach vorne, wo das Leben ist, statt nach hinten, wo das Problem sitzt.
Warum Großes länger braucht
Bleibt die Frage, warum sich manche Wünsche schnell zeigen und andere nicht. Susanne erzählt von der Kutsche. Ihre Kinder wollten unbedingt einmal Kutsche fahren, anderthalb Stunden später saßen sie tatsächlich in einer, ganz ohne Druck, danach kam auch noch der Erdbeerkuchen dazu. So ein kleiner Wunsch hat kaum Ladung, er ist einfach da.
Das Haus an der Algarve dagegen machen wir groß. Wir bewerten es als das Nächstgrößere, bauen eine geistige Distanz auf, und genau die verlangsamt. Dazu kommt das, was sie Ladung und Signifikanz nennt, dieses „ich brauche das jetzt, das muss sein". Aus dem Mangel und der Dringlichkeit heraus gelingt es selten. Aus der Fülle heraus, aus dem ruhigen „ich hab's schon", geht es leichter.
Bestell dein Leben wie bei Amazon
Am Ende ziehe ich den Vergleich, der Susanne gefällt. Warum ist Amazon so erfolgreich? Weil das Bestellen kinderleicht ist. Warenkorb, ein Klick, kurz darauf liegt das Paket vor der Tür, und genau dieses Erfolgserlebnis dürfen wir auf unser Leben übertragen. Klar sagen, was du willst, und darauf vertrauen, dass die Lieferung kommt.
Zwei kleine Werkzeuge nimmst du direkt mit. Bekommst du den gelben Brief vom Finanzamt, frag nicht, warum immer dir, frag, was dir das jetzt bringt und welche Möglichkeit darin steckt. Ertappst du dich dabei, wie du kurz noch auf Instagram schaust, halt inne und frag, ob dir das gerade bringt, was du eigentlich willst. Meistens ist es nur Ablenkung, und dann darfst du ruhig Stopp sagen.
Was Frank aus dem Gespräch mitnimmt
- Sag, was du gern hättest, setz den Punkt, und lass das aber weg.
- Wünsch mit allen Sinnen und tu so, als hättest du es schon.
- Kommt ein Gegengedanke, nimm ihm ruhig die Ladung und wähle neu.
Was du mitnehmen kannst
Wenn ich die Folge auf einen einzigen Satz eindampfe, ist es dieser: Sag, was du gern hättest, setz den Punkt, und lass das aber weg. Es kostet nichts und verändert überraschend viel.
Das war Teil 3 von vier, nächste Woche kommt das große Finale mit Susanne. Die ganze Folge gibt es oben als Video und zum Anhören. Mehr über Susanne Wilberg findest du weiter unten.